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Symbolbild: dpa
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19.12.2017

Gerichtsverhandlung: Polizist soll Frauen sexuell genötigt haben

Pforzheim. Eigentlich sollte er von Berufswegen selbst für die Aufklärung von Verbrechen sorgen. Doch am Dienstag saß der Polizist Paul A. (Namen des Angeklagten und der Zeugen geändert) selbst als Angeklagter vor Gericht in Pforzheim. Oberstaatsanwältin Gabi Gugau legt dem 35-Jährigen sexuelle Nötigung in Tateinheit mit exhibitionistischen Handlungen in zwei Fällen zur Last.

Der Pforzheimer soll laut Anklageschrift zwei Frauen belästigt haben. Im Juli 2016 soll er Marla M. bei einem Spaziergang auf einem Feldweg belästigt haben. Laut Anklage soll Paul A. von hinten den Arm der 31-Jährigen gepackt, ihn mittels eines Polizeigriffs schmerzhaft auf den Rücken gedreht und dann ihre Hand an sein erigiertes Glied geführt haben. „Stell dich nicht so an“, habe er dabei gesagt. Im selben Monat soll er Pia S. zu einer ersten Verabredung getroffen haben. Bei einem Spaziergang habe der Angeklagte mit den Worten „das ist jetzt deine Schuld“ sein Geschlechtsteil entblößt. Danach soll er der 40-Jährigen in den Flur ihres Hauses gefolgt sein, wiederholt die Hose herunter gezogen, die Hand von Pia S. ergriffen und an sein erigiertes Glied geführt haben.

Paul A., verteidigt von Hannes Linke, bestreitet die Vorwürfe als „völlig haltlose Anschuldigungen“. Ausführlich versuchte er, dem Schöffengericht unter Vorsitz des Richters Oliver Weik, Direktor des Amtsgerichts Pforzheim, seine Unschuld darzulegen. Laut dem, Polizisten sei die Anklage die Folge eines Komplotts, den eine ehemalige Freundin, Claudia K., geschmiedet haben soll.

Zeugenbefragungen, Plädoyers und das Urteil werden am Dienstag, 9. Januar, ab 9 Uhr erwartet.

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