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12.06.2009

Gert Hager bleibt seinem Wahlkampf-Kurs treu

PFORZHEIM. Es war ein Auftritt mit Symbolcharakter: OB-Kandidat Gert Hager stellte sich am Freitag alleine der Presse und teilte mit, dass er – anders als die Amtsinhaberin – seine Taktik und Wahlkampf-Team nicht verändern werde.

Die erste Frage der Journalisten nahm der Herausforderer gleich vorweg: Auch er lese die Zeitung und er sei über die Unterstützung der Christdemokraten für die Amtsinhaberin nicht beunruhigt. „Ich kenne Stefan Mappus als Nachbarn und aufgrund gemeinsamer Projekte“, so der 47-Jährige.

Die amtierende Rathaus-Chefin hatte am Mittwoch angekündigt, die Kontakte zu den Bürgern noch weiter zu intensivieren, neue Plakate und Flyer zu drucken und ihr Wahlkampfteam personell durch Heiko Kusche, ein Vertrauter des CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Stefan Mappus, zu verstärken.

Gert Hager hingegen schüttet über sein Wahlkampfteam das Füllhorn des Lobes aus: „Dieser Wahlkampf ist nicht meine Leistung alleine.“ Außerdem würden ihn viele Bürger unterstützen, und er habe in den zweieinhalb Wochen vor dem ersten Wahlgang „sehr intensiv mit den Bürgern gesprochen“.

So habe er in seinen regelmäßigen Bürgersprechstunden eine Bandbreite an Belangen von Pforzheimern mit bekommen. Diese Bürgersprechstunde wolle er auch als Oberbürgermeister anbieten. Außerdem habe er wahrgenommen, dass die Pforzheimer eine stärkere Transparenz von OB und Gemeinderat einforderten.

Seine Wahlkampf-Taktik will Hager unverändert lassen. Zwar würden einige Plakate ergänzt, aber dies würde unabhängig von Augensteins Ankündigung geschehen. Zuvor hatte der Herausforderer nochmals darauf hingewiesen, dass er die Stadt führen wolle. „So wie Pforzheim jetzt da steht, darf es nicht weiter gehen.“

Der bisherige Sozialdezernent verwies auf die Arbeit in seinem Dezernat, wie das „Bündnis für Familie“ und die Einrichtung eines „Runden Tisch Bildung“. Zudem habe er mit seinem „Zukunftsdezernat“ Familienzentren und Eltern-Kind-Zentren aufgebaut, sowie die Kinderbetreuung verbessert.

Die Schulen seien zu seinem Amtsantritt in einem „fürchterlichen Zustand“ gewesen. Jetzt würden deutlich mehr als zehn Millionen Euro in die Bildungseinrichtungen gesteckt. Diese Bereiche werde er auch als künftiger OB weiter begleiten. In der „lokalen Bildungslandschaft“ möchte Hager die schulischen und außerschulischen Akteure miteinander verbinden.

Außerdem will Hager die Schulsozialarbeit an Realschulen einführen. Zudem sollen Schulen ihr eigenes finanzielles Budget erhalten und damit mehr Selbständigkeit. Aber auch Ehrenamt und Vereine als „Basis unserer Gesellschaft“ will der gebürtige Pforzheimer weiter stärken. So möchte Hager nicht nur den „Tag des Ehrenamts“einmal im Jahr feiern, sondern die Arbeit der Freiwilligen kontinuierlich während des Jahres würdigen. „Dazu braucht man nicht viel Geld“, so der bisherige Bürgermeister.

Ins Gespräch kommen

Die Wirtschaftsförderung will Hager mit dem Bereich der „Bildung“ verbinden und gleich nach seinem Amtsantritt mit den Kammern und Verbänden ins Gespräch kommen. Positiv sieht der OB-Kandidat auch der Zusammenarbeit mit dem künftigen Gemeinderat entgegen. Für ihn hat das neue Gremium eine „urbane Zusammensetzung“, weil nicht nur ein oder zwei Gruppierungen vorhanden seien, sondern mehrere Parteien und Gruppierungen, die das Bild einer urbanen Gesellschaft widerspiegeln würden.