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Die letzten der 19 Stelen werden derzeit von den Technischen Diensten mit Vorarbeiter Hans Fischer (rechts) aufgestellt. Das freut Christoph Timm, Rolf Spiertz, Andreas Ochs, Angelika Drescher, Christina Klittich und Claus Kuge. Foto: Klimanski
Die letzten der 19 Stelen werden derzeit von den Technischen Diensten mit Vorarbeiter Hans Fischer (rechts) aufgestellt. Das freut Christoph Timm, Rolf Spiertz, Andreas Ochs, Angelika Drescher, Christina Klittich und Claus Kuge. Foto: Klimanski
13.09.2017

Geschichte auf offener Straße

Pforzheim. Wer mit offenen Augen durch die Pforzheim geht, kann sie kaum übersehen. Vielen sind die historischen und aktuellen Ansichten der Stadt auf den gläsernen Tafeln schon aufgefallen. Lohnenswert ist ein genaueres Betrachten zweifellos: Die insgesamt 19 Stelen sind von der Gestaltung her an das Fußgängerleitsystem angelehnt und geben einen interessanten Einblick in die wechselvolle Geschichte Pforzheims. Die erste Stele wurde im Dezember 2015 zu Ehren der Auto-Pionierin Bertha Benz bei ihrem Geburtshaus an der Berliner Straße eingeweiht.

Im laufenden Monat – passend zum zu Ende gehenden Jubiläumsjahr der 250 Jahre Schmuckstadt – werden die letzten dieser Bildtafeln aufgestellt, alleine am Mittwoch kamen am Schloßberg und im Blumenhof zwei neue dazu. Der Anlass für die Initiatoren und Mitwirkenden, eine Bilanz zu ziehen, wie Angelika Drescher als Leiterin des städtischen Kulturamts sagt. Beteiligt haben sich neben der Stadt der Verkehrsverein, die Löblichen Singergesellschaft von 1501, als Expertin für den Inhalt die Kunsthistorikerin Christina Klittich für die visuelle Gestaltung Andreas Ochs von der Agentur Agil.

Pforzheim sei mit diesen Stelen zur Stadtgeschichte, bewusst auch zu der nach dem Krieg und dem Inferno des 23. Februar 1945, später dran gewesen als andere Städte. „Dafür haben wir die Schönsten“, sagt Angelika Drescher. Auch Claus Kuge, Obermeister der Löblichen, freut sich: „Es sind ästhetische Stelen geworden, und inhaltlich sehr gute.“ Ein Verdienst von Christina Klittich. Den Texten sei das Kunststück gelungen, das Wesentliche in aller Kürze widerzugeben, lobt der städtische Denkmalpfleger Christoph Timm. Auch Rolf Spiertz (Verkehrsverein) begrüßt die Einheitlichkeit der Stelen-Gestaltung, die letztlich auch Folge einer gewissen zeitlichen Verzögerung gewesen sei: Man habe ja zunächst eine einzelne Bertha-Benz-Stele aufstellen wollen, die dann von der Gestaltung her ein Einzelstück gewesen wäre. So erfährt man einheitlich Vielfältiges über stadtprägende Orte wie den Leopoldplatz und markante Gebäude wie dem Emma-Jäger-Bad, ausgestaltet mit Bildern der Vor-und Nachkriegszeit im direkten Vergleich. Insgesamt 60.000 Euro aus dem Kulturmarketing-Etat der städtischen WSP (Wirtschaft Stadtmarketing Pforzheim) wurden in die Finanzierung des Projekts gesteckt.