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Tony Redding wird unterstützt durch die Schüler Ecem Kaya, Alexandros Metzler, Michelle Hudjetz und Annsophie Schmidt sowie die Zeitzeugin des 23. Februar und ehemalige Hilda-Schülerin Ellen Eberle (von links).  Foto: Meyer 

Geschichtsstunde mit Historiker Tony Redding und Zeitzeugin Ellen Eberle

Pforzheim. Es ist nicht einfach, rund 120 Neuntklässler – am Nachmittag werden es ebenso viele Zehntklässler und der Geschichts-Leistungskurs sein – mehr oder weniger zum Schweigen, zum Nachdenken zu bringen. Dazu noch auf Englisch. Das Musikzimmer des Hilda-Gymnasiums: vorne der englische Militärhistoriker Tony Redding (69), auf der anderen Seite des Podiums: Ellen Eberle. Was sie eint: die Nacht des Schreckens und die Geschichte hinter der Geschichte des 23. Februar 1945.

Hier der Historiker, der eigentlich „nur“ ein Buch schreiben wollte über britische Bomberbesatzungen. Dort die Zeitzeugin Eberle (79), die den Angriff als kleines Mädchen erlebte. Am „Hilda“ machte sie 1957 ihr Abitur und will, wie sie sagt, „keine weinerliche Geschichten erzählen“ – obwohl die Nacht des 23. Februar sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis eingebrannt haben. Wie auch in das der anderen von Redding befragten Zeitzeugen wie der ehemalige Stadtarchiv-Mitarbeiter Dieter Essig oder der im Oktober vergangenen Jahres gestorbene ehemalige Flak-Helfer Hans Carl Gerstung.

Eine Schulstunde lang spricht der Historiker über die Ereignisse, geht unter anderem auf die Ermordung der fünf britischen Angehörigen der Royal Air Force ein, die Bedeutung Pforzheims als Stadt an der Bahnlinie Karlsruhe-Stuttgart, ehe Schüler ausgewählte Texte aus Reddings Buch „Der Totale Krieg und die Zerstörung Pforzheims“ lesen.