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Symbolbild: dpa

Geschubst oder geschlagen? Streit zwischen Belästiger und Vater endet mit Geldstrafe

Pforzheim. Er wollte seine Tochter vor Belästigung schützen – und landete am Ende selbst vor Gericht. Am Donnerstagvormittag musste sich ein 45-jähriger Kosovare wegen Körperverletzung verantworten. Denn am Abend des 15. November vergangenen Jahres soll Agon M. (alle Namen von der Redaktion geändert) Matthias S. bei dem Versuch, diesen von seiner Tochter fernzuhalten, nicht nur geschubst, sondern auch ins Gesicht geschlagen haben. Zumindest gab das der Geschädigte, der wegen Beleidigung im März selbst vor dem Richter antreten musste, das bei der Polizei aus.

Eine entsprechende Schwellung, die die hinzugerufenen Beamten feststellten, unterstütze die Aussage des Mannes, der zum Tatzeitpunkt 1,6 Promille hatte. In diesem Zustand hatte er, bevor die Tochter per Telefon ihren Vater zur Hilfe rief, die 18-Jährige und zwei Freundinnen vor dem Netto-Markt an der Eutinger Hauptstraße angesprochen und mit den Händen obszöne, eindeutig sexuelle Anspielungen gemacht. Die drei jungen Frauen flüchteten sich zunächst in den Supermarkt und ließen sich im Anschluss von einer Mitarbeiterin zurück zum Auto begleiten.

Matthias S. folgte ihnen laut Aussage der 18-Jährigen, weswegen diese ihren Vater alarmierte, der umgehend zum Schauplatz eilte. „Ich habe ihm gesagt, dass er weggehen soll“, erklärte der vierfache Vater vor Gericht. Als Matthias S. sich dennoch näherte, habe er ihn mit der Hand weggeschubst. „Mehr hat es nicht gebraucht, der Mann war ja völlig hilflos“, so Agon M.

Geschlagen, so beteuerte er, habe er den Geschädigten nicht. Wie dieser den Vorfall erlebte, konnte vor Gericht nicht geklärt werden, denn Matthias S. erschien nicht. Am Ende schlug Richter Ingo Henze eine Einstellung des Verfahrens vor, dem die Staatsanwaltschaft mit einer Auflage von 300 Euro schließlich zustimmte.