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12.09.2017

Geschützter Raum der Aids-Hilfe

Pforzheim. Zum Schuljahresbeginn startet die Aidshilfe Pforzheim das neue Projekt „Queer Space“. Es richtet sich ausdrücklich vor allem an Menschen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intersexuell, asexuell oder queer bezeichnen sowie an deren Angehörige. In Pforzheim und dem Enzkreis gab es bisher keine Anlaufstelle für diese Menschen.

Auch wenn sich das politische Engagement der zurückliegenden Jahrzehnte in Deutschland gelohnt habe und queeres Leben zunehmend akzeptiert werde, so gehörten Gewalt und Anfeindungen nach wie vor zu den Erfahrungen vieler Schwulen, Lesben und Trans-Personen, so die Aids-Hilfe. Ihre stärkere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit empfänden viele Menschen als Provokation und immer wieder werde hierauf mit Anfeindungen, Aggressionen und manchmal unmittelbarer körperlicher Gewalt reagiert. Das geschehe täglich – auch hier.

Umfassendes Angebot

Das neue Angebot umfasst psychosoziale Beratung für Betroffene sowie deren Angehörige, sozialpädagogische Begleitung, Mail- und Telefonberatung, Informationsveranstaltungen für Schulklassen und Interessierte, Transspezifische Beratung und Begleitung, Selbsthilfeangebote, Vernetzung mit anderen relevanten Anlaufstellen sowie Kooperation mit Netzwerkpartnern. Im Zentrum der Arbeit steht das Angebot eines geschützten Raums für Adressaten, die sich selbst als trans, schwul, bisexuell, lesbisch, asexuell, intergeschlechtlich, oder queer definieren, die mit den Kategorien Mann und Frau nichts anfangen sowie für Menschen, die sich gerade suchend mit ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität beschäftigen.

Zugleich soll der geschützte Raum die Möglichkeit bieten, verschiedene Themen zu besprechen, die mit den jeweiligen Identitäten in Verbindung stehen. Zudem stelle er eine Möglichkeit dar, sich über Diskriminierungserfahrungen auszutauschen und gemeinsam Handlungsstrategien zu entwickeln. pm