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Für Kabir Asady, geflüchtet aus Afghanistan, ist Stammgast beim Flüchtlings-Kegeln bei der Matthäusgemeinde.   Läuter
Für Kabir Asady, geflüchtet aus Afghanistan, ist Stammgast beim Flüchtlings-Kegeln bei der Matthäusgemeinde. Läuter
21.03.2016

Gesprächstherapie: Flüchtlinge und Einheimische kegeln gemeinsam

Pforzheim. Im Keller der Matthäusgemeinde an der Oosstraße treffen sich seit November regelmäßig Flüchtlinge und Einheimische zum Kegeln. Dabei geht es vor allem darum, sich besser kennenzulernen. Doch es bietet sich auch die Möglichkeit, über Erlebtes zu sprechen.

„Wir wollten schon länger etwas mit Flüchtlingen machen“, sagen Paul Scholten und Paul Wetzler, die ihre Idee auf denkbar unkomplizierte Weise umgesetzt haben. „Wir haben einfach geklopft und in der Unterkunft ein Plakat aufgehängt“, erzählt Wetzler. Es ist eine Gruppe verschiedenster Jugendlicher, einige kennen sich schon länger, andere haben von dem Projekt gehört und sind dazugestoßen.

Pfarrerin Nicola Friedrich hat den Kirchenraum gerne dafür zur Verfügung gestellt. Die meisten der Flüchtlinge kommen aus der Unterkunft an der Steubenstraße. Irak, Syrien und Afghanistan sind die Hauptherkunftsländer und die Geschichten ob der gewaltvollen Zustände entsprechend tragisch.

Das Kegeln ist hier im Grunde nur Nebensache, da sind sich alle einig. Vielmehr geht es darum, sich besser kennenzulernen, Abwechslung zum immer gleichen Heimalltag zu schaffen, zuzuhören, wenn jemand über seine Erlebnisse sprechen möchte. Niemand steckt eine monatelange, gefährliche Flucht oder die Kriegserlebnisse einfach so weg.

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