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Der Vorstand von „Menschen in Not“ um Verleger und Gründer Albert Esslinger-Kiefer mit Vorsitzender Susanne Knöller, den Kassenprüfern Dr. Herbert Müller und Silke Dussling-MItschke (vorne von links), den Beisitzern Alexander Heilemann, Andrea Sabo, Werner Flachs und Kassier Magnus Schlecht (hinten von links) trifft sich zur Hauptversammlung.  Foto: Meyer 

Gestärkt ins neue Jahr: „Menschen in Not“ zieht positive, dankbare Bilanz

Pforzheim. „Darüber können wir uns freuen. Unser Ergebnis zeigt, wir sind in der Bevölkerung stark verankert und genießen eine hohe Glaubwürdigkeit“, sagt Albert Esslinger-Kiefer, Verleger und Gründer von „Menschen in Not“. „Wir sind ganz nahe bei den Menschen und das schlägt sich im Ergebnis des Hilfsvereins nieder.“

„Immer mehr Menschen haben akute Probleme, die es dann kurzfristig zu lösen gilt“, weiß Vorsitzende Susanne Knöller. „Die Lebenshaltungskosten steigen rasant und eine arme Familie hat keine Möglichkeit, diese Mehrkosten zu tragen.“ So seien viele Kühlschränke schon vor dem Monatsende leer. Alleine die Ausgabe von Lebensmittel-Gutscheinen hat im Jahr 2021 einen neuen Höchststand erreicht: 1698 Mal erhielten Menschen aus Pforzheim oder der Region Aldi-Gutscheine in einer Gesamthöhe von 68.000 Euro. Die Gutscheine werden nicht nur an der Poststraße nach Falllage ausgegeben, sondern auch bei kooperierenden Beratungsstellen.

Auf ein Kontingent können die Diakonie Pforzheim, Diakonie Enzkreis, Diakonieverband Nordschwarzwald, pro familia Pforzheim, miteinanderleben, die Psychosoziale Krebsberatungsstelle, die Caritas mit ihren Sozialen Diensten, das Wichernhaus der Stadtmission, der Beratungstreff im Eutinger Tal, PlanB, der Kinderschutzbund sowie der Stadtjugendring mit dem Team der Streetworker zurückgreifen.

„Enorm zugenommen hat die Problematik, dass die Menschen die Nebenkosten der Wohnungen nicht mehr bezahlen können“, berichtet Knöller. Deshalb gebe es ein Abkommen mit den Stadtwerken Pforzheim, dass der Rest gestundet werde, wenn „Menschen in Not“, nach genauer Prüfung, die Hälfte der geforderten Summe begleiche. Das Thema werde den Hilfsverein begleiten und eher noch zunehmen, so Susanne Knöller.

Insgesamt konnte „Menschen in Not“ im Jahr 2021 in 2186 Fällen Hilfe leisten. Dabei gingen 558.000 Euro Spendengelder direkt an Notleidende und auch an Projekte. Eingenommen hat der Hilfsverein im vergangenen Jahr 656.000 Euro. Davon 522.000 Euro bei der Weihnachtsaktion. „Ein Rekordergebnis“, freut sich die Vorsitzende. Seit dem Gründungsjahr 1995 haben die Leserinnen und Leser „Menschen in Not“ damit rund 9,6 Millionen Euro anvertraut.

Das Vertrauen entsteht durch die nachhaltige Arbeit im Verein. Der Projektbeirat (siehe Kasten) sei ein wichtiger Bestandteil, weil der Austausch mit den Experten und deren Einschätzungen Gewinn für alle Seiten bringe.

Die Kassenprüfer, Dr. Herbert Müller und Silke Dussling-Mitschke, sind immer mehr beschäftigt. In diesem Jahr besonders, weil das Abrechnungssystem des Hilfsvereins verändert wurde. „Es war eine Herausforderung durch die Umstellung des Programms für uns, aber wir konnten keine Unstimmigkeiten feststellen.“ Ein Kompliment gab es für die Ausgeber. „Die Spendengelder sinnvoll und nachhaltig einzusetzen ist nicht einfach“, so Müller.

Bei der Wahl der Vorstands gab es keine Veränderung. „Verlässlichkeit ist somit gegeben“, freut sich Albert Esslinger-Kiefer.

Stimmen zu "Menschen in Not"

Sabine Schuster, Amtsleiterin Sozial- und Versorgungsamt Enzkreis:

„Wir in Deutschland haben ein gutes Sozialsystem, um das uns Menschen in vielen Länder beneiden. Aber es wird nicht jedem Einzelfall gerecht. ‚Menschen in Not‘ ist daher eine wunderbare Aktion, die einzelnen Personen oder Familien bedarfsgerecht in besonderen Notlagen unbürokratisch weiterhelfen kann. Ich engagiere mich sehr gerne dafür – zumal ich aus meiner täglichen Arbeit den Unterstützungsbedarf von Hilfebedürftigen kenne und weiß, ob er über unsere Hilfen abgedeckt werden kann.“

Edith Münch, Geschäftsführung pro familia:

„Ich freue mich sehr über das gute Ergebnis zum Jahresende 2021 – eine beachtliche Summe, die zum sozialen Ausgleich für Menschen in Not (im wahrsten Sinne der Worte) aufgebracht wurde! Pforzheim und der Enzkreis hat viele Menschen und auch Aufgabenstellungen, die über privates Engagement unterstützt beziehungsweise vorangebracht werden müssen. Ich stelle ‚Menschen in Not‘ und mein Engagement im Projektbeirat in den Kontext einer ‚sozialen Nachhaltigkeit‘, die unsere Region für ihre Zukunftsentwicklung strategisch benötigt.“

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Pforzheim

„Menschen in Not“ hilft Stadtjugendring beim Kauf. E-Spielmobil kommt

Alison Bussey, Geschäftsführerin Stadtjugendring:

„Die Menschen der Region vertrauen ‚Menschen in Not‘ ihr Geld an, weil sie wissen, jeder Cent kommt bei Hilfsbedürftigen an. Es fließt kein Geld in die Finanzierung eines Wasserkopfs. Und sie vertrauen, dass ‚Menschen in Not‘ das Geld verantwortungsbewusst an Bedürftige eins zu eins weitergibt. Das lokal gespendete Geld kommt lokal an. Aber ‚Menschen in Not‘ vertraut auch dem Projektbeirat, dass dieser die Nähe zu Notleidenden hat und beurteilen kann, ob Geld gut angelegt ist – und auch nicht. ‚Menschen in Not‘ hilft bedürftigen Menschen zur Teilhabe an der Gesellschaft und fördert den Abbau von Ausgrenzung.“

Thomas Lutz, Stellvertretender Geschäftsführer der Diakonie:

„Ich engagiere mich im Projektbeirat, weil es ‚Menschen in Not‘ möglich macht, in Not geratene Menschen unkompliziert zu unterstützen. Schnell, unbürokratisch und in Kooperation mit den sozialen Trägern fachlich professionell. Dort Hilfe zu leisten, wo es keine anderen, oder zu wenig Fördermittel gibt, ist für Pforzheim von unschätzbarem Wert.“

Joachim Hülsmann, Leiter Jugend- und Sozialamt:

„2021 war für uns alle kein einfaches Jahr. Für viele Menschen galt dies auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen hat die Weihnachtsaktion von ‚Menschen in Not‘ ein Rekordergebnis erbracht. Das ist nicht selbst verständlich. Dass die finanziellen Hilfen und Sachspenden bei den Menschen ankommen, die diese benötigen, dazu leiste ich als Beiratsmitglied sehr gerne einen kleinen Beitrag. Wie überall ist die richtige Mischung entscheidend. Für mich ist das zum einen die individuelle Hilfe an in Not geratenen Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen keine oder nur wenig staatliche Unterstützung erhalten. Genauso wichtig finde ich die Unterstützung von Aktionen und Projekten wie die Unterstützung der Anschaffung eines E-Fahrzeuges beim Stadtjugendring oder die Förderung eines Angebotes für Alleinerziehende beim Kinderschutzbund. Mit dieser Unterstützung soll nicht nur unmittelbare Not gemindert, sondern Menschen sollten in teils sehr schwierigen Lebenssituationen unterstützt und gefördert, ihnen also langfristig geholfen werden. Not kurzfristig lindern und längerfristig zu verringern und zu vermeiden, dafür steht für mich ‚Menschen in Not‘ und dafür engagiere ich mich sehr gerne.“

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Region

PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ sammelt auch 2021 für Bedürftige in der Region

Teresa Neuhaus, Leitung Soziale Dienste der Caritas:

„Die Mitarbeit im Projektbeirat ist für mich ein wertvoller Austausch mit Kollegen, die genau wie ich die Menschen der Region Pforzheim/ Enzkreis unterstützen und auf dem Weg zu einem unabhängigen und selbstbestimmten Leben begleiten wollen. Die unterschiedlichen Einsatzgebiete und Fachkompetenzen sorgen dafür, dass wir viele ganz unterschiedliche Projekte in den Blick nehmen können und professionell abwägen, ob die Spendengelder hier gut aufgehoben sind.

Für mich persönlich ist das Projekt ‚Menschen in Not‘ nicht nur finanzielle Hilfe für unsere Klienten, sondern auch Wertschätzung unserer täglichen sozialen Arbeit für die Menschen der Region. Schnelle und verlässliche Hilfe in Notlagen – eine tolle Sache! Schön, dass ich hier aktiv dabei sein kann.“

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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