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Der Blick von der Wildbader Straße: Wo heute ein Parkplatz ist, sollen an der Carl-Hölzle-Straße drei Gebäude entstehen – zum Wohnen (Turm und obere Stockwerke), für Sport (vorne im Erdgeschoss) und als Raum für eine Kita (Erdgeschoss und zweiter Stock im hinteren Gebäude). Entwurf: Peter W. Schmidt
Der Blick von der Wildbader Straße: Wo heute ein Parkplatz ist, sollen an der Carl-Hölzle-Straße drei Gebäude entstehen – zum Wohnen (Turm und obere Stockwerke), für Sport (vorne im Erdgeschoss) und als Raum für eine Kita (Erdgeschoss und zweiter Stock im hinteren Gebäude). Entwurf: Peter W. Schmidt
Vor allem Lastwagen nutzen den Parkplatz zwischen Wildbader und Carl-Hölzle-Straße auf städtischem Grundstück. Foto: Seibel
Vor allem Lastwagen nutzen den Parkplatz zwischen Wildbader und Carl-Hölzle-Straße auf städtischem Grundstück. Foto: Seibel
03.06.2017

Gestaltungsbeirat beschäftigt sich mit einem Trio von Bauprojekten

Pforzheim. Gleich drei neue Bauprojekte hat der neue Gestaltungsbeirat, bestehend aus den Architektur-Experten Henning Ehrhardt, Christoph Felger, den Professorinnen Uta Stock-Gruber und Dorothea Voitländer sowie Professor Ludwig Wappner, unter die Lupe genommen. Auf positive Resonanz stieß vor allem die Planung der Baugenossenschaft (BG) Arlinger mit dem hiesigen Architekten Peter W. Schmidt. Auf dem derzeitigen Parkplatz zwischen Wildbader und Carl-Hölzle-Straße – derzeit noch in städtischem Besitz – sollen drei Gebäude entstehen, die vor allem dem sozialen Wohnungsbau dienen werden.

Aber auch eine Trainingsfläche – laut Schmidt „für Kampfsport oder sowas“ –, eine Kita mit sechs Gruppen, ein gastronomisches Angebot und eine Tiefgarage sind geplant. Die nahezu ungenutzte Carl-Hölzle-Straße könnte in diesem Zuge komplett rückgebaut werden, um unter andrem einen Außenbereich für die Kita zu ermöglichen.

Neben einem vier- und einem sechsstöckigen Gebäude wird wohl vor allem eines schon von Weitem in den Blick fallen: ein zwölfgeschossiger Turm, eine Holzbaukonstruktion mit einem Kern aus Stahlbeton. Damit wäre der Bau der höchste seiner Art in Baden-Württemberg, betonte BG-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer Carsten von Zepelin. Rundum werden Paneele angebracht, die sich je nach Bedarf vor den Fenstern auffalten können, so dass der Turm ständig sein Aussehen verändere.

Die Beiräte lobten die Konzeption der Hybridnutzung, hatten lediglich einige kleinere Verbesserungsvorschläge. „Die Nutzungsmischung fühlt sich gut an“, sagte Felger, der Gebäudekomplex könne „das Tor zur Gartenstadt“ werden. Er stellte jedoch infrage, ob es richtig sein, das grüne Band aufzulösen, das das Grundstück von der Wildbader Straße abschirme. Auch, dass der Turm im Westen für Schatten am Abend sorge, merkte er an – der Standort mache dennoch Sinn. Felder regte an, die Tiefgarageneinfahrt zu verlegen und den Turm mit den anderen beiden Gebäuden zu verbinden, um auf dem Dach des Sporthallen-Baus eine gemeinsame Freifläche für alle Nutzer zu generieren. Auch seine Kollegen sprachen sich für den Erhalt des Grüns aus, das derzeit den Ort dominiert – schließlich sei die Wildbader Straße „kein städtischer Boulevard, da sieht man nur Lastwagen an Lastwagen“, so Wappner.

Schmidt betonte, „es gibt noch viele Ecken, über die man genau nachdenken muss“. Alles in allem sei die Planung vor allem durch die unterschiedlich angestrebten Nutzungen ein „leuchtendes Vorbild“ und „Vorzeigeprojekt“, so Wappner. Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler betonte das Potenzial, dort einen Mehrwert für die Stadt zu schaffen. „Und weil’s so schön werden könnte, erlauben wir uns, Sie noch einmal wiederzusehen“, schloss Wappner.