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Symbolbild dpa
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09.11.2018

Gestohlene Karosserien im Enzkreis verkauft: Bewährungsstrafen für Autohehlerei und Betrug

Pforzheim. Was Reue und Einsicht manchmal so alles bewirken können: Am Donnerstag sind zwei rumänische Autohehler zu einer Bewährungsstrafe von jeweils zwei Jahren verurteilt worden. Die beiden Täter hatten ihre Taten in vollem Umfang zugegeben und waren damit bei Staatsanwältin Christine Roschinski und dem Vorsitzenden des Schöffengerichts, Oliver Weik, auf offene Ohren gestoßen – eine Verständigung der Verfahrensbeteiligten im Sinne des „Prozessökonomie“.

Insgesamt vier Fälle der Fahrzeughehlerei und drei des Betrugs wurde den beiden Osteuropäern vorgeworfen, wobei der Transfer von hochwertigen, gestohlenen Karosserien von Spanien aus bis in den Enzkreis erfolgte. Zwischen 18.000 und 31.500 Euro hatten den Besitzer gewechselt. Allerdings gab Richter Weik einer solchen Klientel einen Teil der Mitschuld: „Wer jemandem auf dem Parkplatz eines Supermarktes mal eben 20.000 Euro in die Hand drückt, der macht sich kaum Gedanken über die wahre Herkunft solcher Autos.“ Dass es sich um gestohlene Ware handelt, sei den beiden Angeklagten jedoch zu allen Zeitpunkten bewusst gewesen.

Bereits 2014 wurden zwei der besagten Fahrzeuge hinter dem Birkenfelder Rathaus entdeckt, und auch in Holland und Bulgarien wurden schon mehrere Modelle von den Behörden registriert.

Neben der Bewährungsstrafe verpflichtete Weik die beiden Täter zu monatlichen Ratenzahlungen in Höhe von 200 beziehungsweise 400 Euro, um zumindest einen geschädigten Käufer finanziell zu entlasten. Bereits zu Beginn der Verhandlung wurde publik, dass sich einer der beiden Hehler bereits in den Neunzigern auf einer längerfristigen Jobsuche in diversen Ländern Europas befand, um wohl in Spanien Kontakt zu einer organisierten Diebesbande aufzunehmen.

Die beiden für 27. November und 13. Dezember anberaumten Folgeverhandlungen wurden mit der Urteilsverkündigung am Donnerstag allerdings hinfällig.