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Die Bildkombo mit Screenshots einer Überwachungskamera der Berliner 

Verkehrsbetriebe vom Samstag, die von der Polizei 

veröffentlicht wurden, zeigt einen Angriff auf einen Mann im U-Bahnhoff 

Berlin-Mitte.
Die Bildkombo mit Screenshots einer Überwachungskamera der Berliner Verkehrsbetriebe vom Samstag, die von der Polizei veröffentlicht wurden, zeigt einen Angriff auf einen Mann im U-Bahnhoff Berlin-Mitte. © dpa
26.04.2011

Gewalt an U-Bahn-Station: Pforzheim würde härter handeln

PFORZHEIM/BERLIN. Wenn der dringende Tatverdacht des versuchten Tötungsdelikts wie bei dem erneuten Gewalt-Exzess an einer Berliner U-Bahn-Station im Raum stehe, sagt Christoph Reichert, Leitender Oberstaatsanwalt und Chef der Pforzheimer Anklagebehörde, müsse grundsätzlich die Anwendung des Paragrafen erwogen werden, der bei schweren Gewalttaten die Anordnung von Untersuchungshaft erlaube – auch ohne den Nachweis einer Fluchtgefahr.

Dass die nicht bestehe, war eines der Argumente der Berliner Justizbehörden. Zwar will und kann Reichert den Fall in Berlin nicht von Pforzheim aus kommentieren. Aber: „Gerade bei so schweren Gewaltdelikten halten wir es auch bei Heranwachsenden in der Regel für nicht ausgeschlossen, dass diese sich dem Verfahren entziehen wollen beziehungsweise – gerade wenn Alkohol im Spiel war – erneut in eine Situation geraten können, die sie zu einer ähnlichen Tat verleitet.“ Lediglich dann, wenn Flucht- und Verdunklungsgefahr aus bestimmten Gründen ausgeschlossen seien, würde seine Behörde auf einen Haftbefehlsantrag verzichten. ol