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Zwei junge Männer, die einen 19-jährigen Schüler in Pforzheim brutal beraubt und später noch einmal schwer verletzt haben, sind vor dem Jugendschöffengericht zu Jugendhaftstrafen verurteilt worden. Symbolbild: dpa
Zwei junge Männer, die einen 19-jährigen Schüler in Pforzheim brutal beraubt und später noch einmal schwer verletzt haben, sind vor dem Jugendschöffengericht zu Jugendhaftstrafen verurteilt worden. Symbolbild: dpa
10.11.2015

Gewalttätiges junges Trio zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt

Pforzheim. Zwei junge Männer, die einen 19-jährigen Schüler in Pforzheim brutal beraubt und später noch einmal schwer verletzt haben, sind vor dem Jugendschöffengericht zu Jugendhaftstrafen verurteilt worden. Beide sind Bewährungsbrecher.

Pforzheim. Einen brutalen Raubüberfall hatten zwei junge Männer am 10.Juli am helllichten Nachmittag begangen. Angetrunken und unter Drogen stehend hatten beide, 17 und 19 Jahre alt, am Waisenhausplatz gesessen und sich mit einem 19-jährigen Schüler unterhalten. Als der sich entfernte, packte ihn plötzlich der Ältere, drückte ihn zu Boden und forderte seinen Freund auf: „Zieh ihn ab!“ Der zögerte zunächst, tat aber dann doch wie ihm geheißen. Mit 120 Euro liefen sie davon. Der Ältere verpasste dem Beraubten noch einen Tritt ins Gesicht. Als sich die drei etwas später noch einmal begegneten, weil der Beraubte sein Geld wiederhaben wollte, zog der Jüngste sein metallenes Uhrarmband über die Fingerknöchel und schlug dem Schüler die so bewehrte Faust an die Schläfe. Der junge Mann erlitt einen Hörsturz und eine Gehirnerschütterung.

Gestern mussten sich die beiden wegen Raubes in einem besonders schweren Fall und wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Miriam Streicher verantworten. Die Quittung der Richter: Zwei Jahre Jugendstrafe für den älteren Täter, zweieinhalb Jahre für den Jüngeren. Denn Letzterem wurde noch eine Einbruchserie in Keltern vorgeworfen, die er mit einem dritten Angeklagten, damals 18, im Dezember und Januar begangen hatte. Der damals 18-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von 18 Monaten.

Alle drei sind Bewährungsbrecher, mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Daher kam für keinen von ihnen eine Bewährung in Betracht. Positiv werteten allerdings die Richter die reuige Entschuldigung des ältesten Angeklagten. Möglicherweise, hoffte die Vorsitzende in der Urteilsbegründung, sind alle auf „gutem Weg“. Die beiden wegen Raubes Verurteilten wollen eine Drogentherapie machen, der Jüngere auch seinen Hauptschulabschluss nachmachen.