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Auch um Baumpilze tummeln sich Raupen.  Foto: Moritz 
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Überall in den Eichen dieses Waldstücks bei der Tiergartenstraße nisten Prozessionsspinner.  Foto: Moritz 
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Giftige Raupen erobern auf dem Buckenberg ein ganzes Revier

Pforzheim. Mit enormem Einsatz und Aufwand kämpfen städtische und private Experten seit Wochen gegen die durch ihre giftigen Brennhaare für Menschen gefährlichen Raupen der Eichenprozessionsspinner. Vielerorts ist die Lage soweit im Griff, doch an einem Brennpunkt wurde der Kampf nun verloren. In einem Bereich auf dem Buckenberg ist der Befall derart heftig, dass sich die Tierchen quasi ein innerstädtisches Revier erobert haben. Dort, wo die Straße des 3. Husarenregiments von der Tiergartenstraße abzweigt, können die Behörden nur noch warnen.

Wie der Wildpark-Förster und Forst-Experte Carsten Schwarz im PZ-Gespräch erläutert, treffen an dieser Stelle zwei Eichenwaldungen aufeinander. Diese Bäume seien „proppenvoll“. Es gebe an etlichen Eichen „richtig große Nester“ – von oben bis ganz unten. Diese große Anzahl an Raupen auf solch einer Fläche könne man weder abflammen noch absaugen: „Das ist ein Fass ohne Boden.“ Deshalb haben die Technischen Dienste gleich am Freitag Warnschilder aufgestellt. Schwarz rät Passanten, dort zügig vorbeizugehen oder – besser noch – auf die andere Straßenseite zu wechseln. Wohl auf jeden Fall bis Mitte August werde diese Situation anhalten, doch auch danach sei die Gefahr, dass sich Menschen in der Nähe von befallenen Bäumen Reizungen der Haut oder gar der Atemwege einhandeln, nicht gebannt. Weil überall am Boden giftige Härchen liegen, sei weiter Vorsicht geboten.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Die Bäume direkt hinter der nahen Buckenbergschule seien durch thermische Behandlung weitgehend frei. Das Einkaufszentrum Tiergarten liegt beruhigend weit entfernt. Auch die Situation am weiteren Hotspot – Elisabeth-/Carl-Schurz-Straße im Sonnenhof – habe sich durch den konsequenten Einsatz einer privaten Fachfirma entspannt. Nach Schwarz’ Beobachtung sind die Raupen im Vergleich zur Vorwoche eher inaktiv, was auf eine Verpuppungsphase in den Gespinstnestern hindeute.

Derweil neigt sich ein Schülerprojekt dem Abschluss, das Bürgern helfen soll, diese auch in den kommenden Jahren zu erwartenden Gefahrenlagen besser zu überstehen. Mit Schwarz und im Auftrag der Stadtverwaltung haben fünf Schüler in einem „TheoPrax“-Seminarkurs des Reuchlin-Gymnasiums nicht nur ein wohl bislang deutschlandweit einmaliges Prozessionsspinner-Warnschild entwickelt, das in Zukunft in solchen Fällen aufgestellt werden könnte. Auch eine Broschüre mit Informationen zu der Problematik liegt nun vor und soll bald veröffentlicht werden. Unter anderem wird darin geraten, in Bereichen mit betroffenen Eichen den Kontakt mit Boden, Rinde, Blättern, aber auch Spielgeräten oder Geländern und natürlich mit den Raupen selbst zu meiden und den Boden nicht durch Spielen oder Mähen aufzuwirbeln.

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