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Das Corpus delicti der Ungeduld (kurz: CDU) am Freitag vor dem offiziellen Plakatierstart. Foto: privat

Glosse: Früh übt sich der Wahlkampf - Acht Minuten zu früh plakatiert?

Ganz genau hinschauen, was die Politiker so machen: Das ist eine Aufgabe der Presse. Gelegentlich helfen ihr dabei, das soll nicht verschwiegen werden, auch die Angehörigen der politischen Klasse selbst – meistens der politischen Wettbewerber.

So erreichte die PZ am Freitagabend um ganz genau 17.52 Uhr ein Anruf, dass an der Hohenzollernstraße der Plakatiertrupp einer großen Volkspartei allzu viel christdemokratische Herzensgüte habe walten lassen im Umgang mit dem offiziell zulässigen Start des Bilderaufhängens.

Dieser sei nämlich am Freitag um Punkt 18 Uhr. Hier prange aber bereits ein CDU-Plakat. Und zum Beweis schickte der Anrufer ein Handyfoto mit. „Plakatierungsbeginn war am Freitag, 12. April, um 18 Uhr“, bestätigt nun am Montag dazu auf Nachfrage die städtische Pressestelle. „Genaugenommen wurde die Genehmigung erteilt, Plakate sechs Wochen vor der Wahl anbringen zu dürfen“, teilt Pressesprecher Philip Mukherjee weiter mit – dies sei Ergebnis eines „Gentleman Agreements“ der Parteien und Gruppierungen. Und: Der Stadtverwaltung liege kein Hinweis vor, dass die CDU in der Hohenzollernstraße zu früh plakatiert haben solle. Wir aber fragen uns: Steht zu befürchten, dass der diesjährige Wahlkampf mit besonderer Nickligkeit geführt wird? Und antworten selbst: Ganz genau.

Lassen Sie sich von den Plakaten in Ihrer Wahlentscheidung beeinflussen?
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