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Für die beste Kostümierung erhalten Elke Künkele und Klaus-Peter Möller je eine „Rassler“-Taschenuhr der Firma Bethge. Foto: Meyer
Diese Wanderer-Gruppe kommt aus Ittersbach und erinnert an das alte Ittersbacher Bähnle, das einst vor dem Tornado bis direkt an den Leopoldplatz fuhr. Foto: Meyer
Diesmal regenfrei: der Musikzug der Feuerwehr Pforzheim – unterstützt durch den Spielmannszug Niefern – unter der Leitung von Bernd Windelband. Foto: Meyer
09.07.2017

„Goldene Momente“ im Stadtgarten: Ein „Rassler“ kommt selten allein

Pforzheim. Wie hätten sich die Goldschmiedsbäuerchen aus dem Umland gefreut, wenn man ihnen damals, als sie die Basis für die Herstellung von Schmuck in der aufstrebenden „Goldstadt“ legten, solch einen Empfang bereitet hätte: Über 1000 Wanderer machen sich auf 14 Routen, organisiert von Bruno Kohl, Wanderleiter des Alpenvereins, auf den Weg in den Pforzheimer Stadtgarten. „Es ist im wahrsten Sinne eine Bürgerbewegung“, wird Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler bei der offiziellen Begrüßung ausrufen und auch die Wanderer aus den Partnerstädten Vicenza und Gernika willkommen heißen.

Feuerwerk und Südwestdeutsches Kammerorchester begeistern

Bildergalerie: Rassler, Gottesdienst, Fest - Goldene Momente - 1

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Es ist der vierte und letzte Tag der „Goldenen Momente“ – nach den glanzvollen Auftritten am Donnerstag und Samstag und dem Unwetter am Freitag, der den Auftritt der Feuerwehr-Big-Band „Brandheiß“ verhagelte. „Da sind wir sang- und klanglos untergegangen“, sagt Bandleader Bernd Windelband, der diesmal erfolgreich den Taktstock schwingt, weil ein Gewitter im letzten Augenblick abdreht – und die Bühne freigibt für den Musikzug der Feuerwehr Pforzheim mit Unterstützung des Spielmannszugs aus Niefern. Zuvor hat die in dieser Besetzung wohl einzige Rathausband Deutschlands – unterstützt durch Roland Härdtner und Klaus Dusek von der Badischen Philharmonie – um Leadsängerin Helen Leng vom Jugendamt die Zuschauer (immer mehr Wanderer, darunter solche in „Rassler“-Kostümen aus allen Himmelsrichtungen und Besucher aus Nah und Fern) musikalisch in Schwung gebracht, unter anderem sinnig mit „Rollin’ On The River“ (nebenan fließt die Nagold träge) und „Let The Sunshine in“. Ein Wunsch, der an diesem Nachmittag in Erfüllung geht.

Bildergalerie: Rassler, Gottesdienst, Fest - Goldene Momente -3

Bildergalerie: Rassler-Wanderung - Leserbilder aus allen Enzkreis-Ecken

Ganz anders Dieter Huthmacher: Der Liedermacher vertont das Lokalkolorit, der in seinen „Sticheleien“ in der PZ zur Geltung kommt, mischt Nachdenkliches mit Wortwitz, mal mit dem Florett, mal dem Degen. Zwei Jahre lang hat sich der Künstler auf das Schmuckjubiläum vorbereitet – unter anderem mit seiner Hommage an die „Rassler“.

Apropos: Deren Kostümierung soll bei der Affenhitze nicht unbelohnt bleiben. Die originellsten der 21 Schmuck-von-gestern-Motive werden prämiert: Es gibt „Goldstadtkugelschreiber“ der Firma Staib, Jubiläumsuhren des Unternehmens Aristo Vollmer und als ersten Preis je eine „Rassler“-Taschenuhr der Firma Betghe (Ispringen), die das handgefertigte Zifferblatt beisteuert und der ehemalige Werkehersteller Durowe den Handaufzug. Elke Künkele vom Heimatverein Eutingen und Klaus-Peter Möller vom Alpenverein Dillweißenstein werden das gute Stück in Ehren halten. Den Abschluss bildet das Konzert der SWR 1 Band.

Bildergalerie: Rassler-Wanderung Route 12, Ittersbach bis Pforzheim

Bildergalerie: Rassler-Wanderung von den Nordschwarzwald-Höhen

Den Auftakt gebildet hat am Vormittag ein ökumenischer Gottesdienst, musikalisch begleitet vom Bläserensemble der Stadtkirche unter der Leitung von Christian Künzler und der „Angel-Company“ unter der Leitung von Bertold Engel.

Das Thema Gold zieht sich durch die Verkündigungen des katholischen Dekans Bernhard Ihle, der evangelischen Dekanin Christiane Quincke, durch Bibelstellen, Metaphern, Redewendungen, historische Begebenheiten, politische Realitäten von heute. Das ist die „Goldene Stadt“ in der Offenbarung des Johannes, die Vision des „neuen Jerusalem“, die Verheißung: „Das Beste kommt noch“ – und die Parallelen, die Schloßkirchenpfarrerin Heike Reisner-Baral für das Jetzt und Morgen in der „Goldstadt“ sieht.

Da ist das „Goldene Kalb“, das Symbol der Verführbarkeit der Menschen und des Glaubensabfalls, an das Bernhard Ihle erinnert. Das ist Gold als Geschenk – als realpolitische Maßnahme. Oder die Gabe ohne Hintergedanken. Beispielsweise, der drei Weisen aus dem Morgenland – an ein kleines irdisches Baby im Stall zu Bethlehem.

Bildergalerie: Rassler-Wanderung mit dem Eisinger Musikverein

Bildergalerie: Ökumenischer Open-Air Gottesdienst im Stadtgarten