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Gerahmt sind die Werke von Schülerin Yusyuan Wang (rechts) schon. Gemeinsam mit Kursleiterin Tamara Gross bereitet sie alles für die Vernissage vor. Foto: Meyer
Gerahmt sind die Werke von Schülerin Yusyuan Wang (rechts) schon. Gemeinsam mit Kursleiterin Tamara Gross bereitet sie alles für die Vernissage vor. Foto: Meyer
19.06.2017

Goldschmiede- und Uhrmacherschüler erlernen eine neue Art des Zeichnens

Pforzheim. Porträts statt filigraner Schmuck, perspektivische Stadt-Szenerien statt detailreicher Uhrengehäuse – die Schüler der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule haben sich auf einem für sie ganz neuen Gebiet des Zeichnens versucht. In einem Workshop mit Künstlerin Tamara Gross – selbst fremd in der Schmuckbranche – haben sich die zwölf begabtesten Nachwuchskünstler aus allen Schularten dieser Herausforderung gestellt.

30 hatten sich um einen Platz in dem erstmals stattfindenden Kurs bemüht. Die Werke, die seit Januar entstanden sind, werden bis zum Schuljahresende im ersten Stock der Schule, St.-Georgen-Steige 65, ausgestellt. Die Vernissage findet am Freitag, 23. Juni, um 18 Uhr statt. Besucher können sich von den Schülern porträtieren lassen.

Hintergrund des neuen Kunstangebots im Rahmen des Jubiläumsfestivals „250 Jahre Goldstadt“ ist, dass die Schule ihren Ursprung in der von Markgraf Karl Friedrich initiierten Zeichenschule habe. Zudem ein ganz besonderes Bestreben von Schulleiter Michael Kiefer: die Wichtigkeit des Freihand-Zeichnens neben den digitalen Möglichkeiten weiter zu unterstreichen und an der Schule etabliert zu halten. Nicht nur für die Schüler, auch für Tamara Gross, die aus dem weißrussischen Minsk stammt und seit 2008 die „Freie Kunstakademie“ in Calw betreibt, war das Experiment eine ganz neue Erfahrung. Mit Herausforderungen: Die Schüler zu ermutigen, „dass sie frei werden, vielseitig, sich etwas trauen“, sei eine davon gewesen. Wichtig sei ihr, dass sich die Schmuck- und Uhren-Designer in großen Formaten versuchen – unüblich in deren tägliche Arbeit. „Ab und zu kann ein grober Strich auch schön sein“, sagt Gross. Das sei für die Schüler eine neue Erfahrung gewesen. Am Ende habe sich die Mühe gelohnt: „Ich bin sehr zufrieden“, so die Kursleiterin. Ein Resümee, das auch Schülerin Yusyuan Wang teilt: „Es hat mir sehr gut gefallen“, sagt die 27-Jährige aus Taiwan. Sie habe gelernt, ein Gesicht zu zeichnen und gekonnt mit dem Bleistift umzugehen. Die neuen Fertigkeiten, so hofft die Schülerin des Berufskollegs für Schmuckdesign, werden ihr später im Beruf nützen. Den Zeichenkurs als jährliches Angebot für die Schüler zu etablieren, ist nun das Anliegen von Kiefer.