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Pförtner Gerald Moster desinfiziert seine Hände im Stadttheater. Während einer Grippewelle sollte jeder Einzelne auf Hygiene achten.
Pförtner Gerald Moster desinfiziert seine Hände im Stadttheater. Während einer Grippewelle sollte jeder Einzelne auf Hygiene achten. © Seibel
19.02.2016

Grippewelle trifft Pforzheim: Viele Busausfälle wegen erkrankter Fahrer

Die alljährliche Grippewelle trifft wieder einmal auf das Bundesgebiet. Auch die Region bleibt nicht verschont. Nach einem gemeldeten Grippefall im Dezember sowie drei im Januar sind es im Februar schon sechs im Gebiet Enzkreis und Pforzheim.

„Die Zahlen stellen nur einen Bruchteil der aktuellen Erkrankungen dar, trotzdem erkennt man einen Anstieg“, erklärt Dr. Brigitte Joggest, Leiterin des Gesundheitsamts der Region.

Lediglich bei Patienten mit besonderen Vorerkrankungen werde ein Abstrich für die Analyse im Labor durchgeführt, weswegen die registrierten Zahlen erheblich kleiner seien, als die realen. Bisher gebe es aber noch keine schweren Verläufe oder Tote. „Die Welle ist schwächer als letztes Jahr, da der Impfstoff anschlägt“, gibt Joggest Entwarnung. Den Gipfel habe man jedoch noch nicht erreicht. Eine Impfung schlage zwar erst nach zehn bis vierzehn Tagen an, besonders Personen mit anderen Leiden sollten aber darüber nachdenken.

Auch die Arbeitgeber Pforzheims beschäftigen sich mit dem Problem. Das Stadttheater musste zwar noch keine personellen Ausfälle beklagen, entschied sich allerdings zum besseren Schutz der Mitarbeiter im Gebäude mehrere Desinfektionsspender aufzustellen. „Erkältungen wirken sich auf die Stimme der Sänger aus und bei uns muss anders als in einem Büro jeden Abend der Vorhang aufgehen“, erläutert Uwe Dürigen, Verwaltungsdirektor des Theaters. Außerdem sei die Übertragung über die Hände eine der größten Gefahren, deswegen gelte es, sie regelmäßig zu reinigen. Das bekräftigt auch das Gesundheitsamt.

Dem stellvertretenden Pressereferenten der Stadtverwaltung Philip Mukherjee nach verzeichneten sie mehr Krankmeldungen als in den Monaten zuvor. Bei den Stadtbussen fallen seit Tagen viele Fahrten aus, da zahlreiche Mitarbeiter erkrankt sind.

„Das Besondere dieses Jahr ist, dass vermehrt junge Erwachsene und Personen ohne chronische Erkrankungen betroffen sind“, so Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth von der Pforzheimer Ärzteschaft. Das liege wahrscheinlich an der Art der Grippe, einer Influenza Typ A. Der Typ B befalle vor allem die klassischen Risikopatienten, wie Kinder und Chronischkranke.

Das Gesundheitsamt bemüht sich auch, die zahlreichen Flüchtlingsunterkünfte in der Region keimfrei zu halten. „Wir impfen jeden Neuankömmling in der ersten Woche nach seiner Ankunft“, sagt Joggest. In zwei Heimen im Rest Baden-Württembergs habe es bereits Grippe-Ausbrüche gegeben.