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Johannes Hille, Didem Mustafa, Malinka Diezinger und Lena Burkhardt (von links) freuen sich über ihre Preise. PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer und der Geschäftsführende Verleger Thomas Satinsky (im Hintergrund) freuen sich mit. © Ketterl
14.07.2017

Große Gefühle auf Papier: Mehr als 600 Beiträge beim diesjährigen PZ-Schreibwettbewerb

Manchmal sind sie weit voneinander entfernt. Manchmal liegen sie auch nah beieinander, treten gar gemeinsam auf: Liebe und Angst. Es sind diese ganz großen Gefühle, die viele Preisträger des Schreibwettbewerbs „Kreative Köpfe“ der Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung zu Papier gebracht haben.

Bildergalerie: Junge Talente überzeugen beim PZ-Schreibwettbewerb

Die meisten der jungen Autoren wählten in diesem Jahr die Themen „Liebe – was ist das? und „Wovor ich Angst habe“ und erfreuten die sechsköpfige Jury mit wortgewaltigen, mitreißenden, ergreifenden und komischen Geschichten.

„Hoher Stellenwert in Region“

Mehr als 600 Mädchen und Jungen haben sich in diesem Jahr beteiligt. Eine Zahl, die für den Geschäftsführenden Verleger der „Pforzheimer Zeitung“ und Vorsitzenden des Stiftungsrats, Thomas Satinsky, zeigt, wie „wichtig dieser Wettbewerb ist und welch hohen Stellenwert er mittlerweile in der Region genießt“. „Dass einige der Preisträger Migrationshintergrund haben, gefällt mir ganz besonders“, sagte PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer bei der Preisverleihung im voll besetzten PZ-Forum. Der Stiftungsgründer ermunterte die jungen Autoren ausdrücklich, dem kreativen Schreiben treu zu bleiben und sich nicht durch das Internet isolieren zu lassen.

Kreative Köpfe: Stolze Sieger beim PZ-Schreibwettbewerb

Gar nicht isoliert, sondern mitten im Leben spielen viele Geschichten der Preisträger. So wie die von Carina Glöckner. Die Siebtklässlerin schildert in ihrem Text sehr rührend die überwältigenden Gefühle zu ihrer neugeborenen Schwester Matilda. Um Liebe geht es auch in Gioia Schöpfs wortgewaltiger Fantasy-Geschichte, bei der zwei Einhörner einem Däumling nachjagen und durch einen Biss ins Herz friedliebend werden. Gemeinsam mit den beiden anderen Drittplatzierten Lara Schaufelberger und Rebekka Hofheinz, die sich das Thema „Mein Traumberuf“ ausgesucht hatten, erhielten sie von Bernhard Fuchs, stellvertretender Vorstand der Sparkasse Pforzheim Calw, je ein Konto mit 150 Euro.

Auf der Suche nach seinem Traumberuf ist auch der elfjährige Held aus Tobias Bastians Geschichte, die einen zweiten Preis gewann. Er vertraut seinem Tagebuch an, dass er Lehrer werden und Dinge weitergeben möchte. Lieber sich selbst opfern, als andere Menschen umbringen, will hingegen Tahir, der vom IS gekidnappt wurde. Für Levin Comaks Text gab es ebenso den mit jeweils 400 Euro dotierten zweiten Preis der Stiftung wie für Valentin Hilles Lehrstück über einen Jungen mit Asperger-Syndrom und Katharina Piwkos Entführungsgeschichte. Sie glänzt laut Satinsky besonders aufgrund der gewählten Worte und ihrem Satzbau.

„Das ist starke Prosa, richtig spannend“, beschrieb Satinsky das kurze Stück von Johannes Hille. Da ist die Rede von einem kleinen Raum, von Angstschweiß und einem Herz im Hals, bis der Leser in den überraschenden Schlusssätzen merkt – dem Protagonisten steht ein Auftritt am Flügel bevor. Hilles Werk überzeugte die Jury genauso wie die nüchterne und doch bewegende Erzählung von Didem Mustafa über das Schicksal ihrer Oma. Beide erhielten dafür jeweils den mit 600 Euro dotierten ersten Preis der Stiftung – ebenso wie Malika Diezinger für ihre witzige Herz-Schmerz-Geschichte im Gemüse-Land und Lena Burkhardt für ihre ergreifende Erzählung von Krieg, Zerstörung und doch bedingungsloser Liebe.

Viele Videobeiträge

Satinsky hob auch die Arbeit der sechsköpfigen Jury – Erika Föst, German Fux, Eckard Mickel, Anja Noel, Sandra Pfäfflin und Miriam Schrader – hervor, für die die Entscheidung vor allem bei den ersten drei Plätzen nicht immer leicht gewesen sei. Zudem lobte er den Einsatz der Verlagsassistentinnen Monika Heinle und Stephanie Rösch sowie Mitarbeiterin Waltraud Eberhardt.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr haben auch in diesem Jahr wieder viele Schulklassen am Videowettbewerb mitgemacht. Sie konnten Beiträge aus ihrer Schule, ihrem Verein und ihrer unmittelbaren Lebenswelt einreichen. „Die Beteiligung aus allen Schularten ist toll, das Engagement groß, und viele Videos wurden zum Teil mit hohem technischen Einsatz gedreht“, sagte Satinsky. Ilka Knoth, Filialdirektorin der BW-Bank Pforzheim, überreichte jeweils einen Scheck über 250 Euro an die Klassen 5 und 6 der Schwarzwaldschule Ittersbach, die Klasse 8a der Otterstein-Werkrealschule, die Klasse 8 der Verbandsschule im Biet sowie die Klasse 6d des Hilda-Gymnasiums.

Gelungen war auch der Auftritt des Konzertissimo Kinderchors der ChorAkademie Pforzheim. Die jungen Sänger präsentierten unter der Leitung von Salome Tendies mit viel Schwung und Esprit Stücke aus Musicals wie zum Beispiel „Supercalifragilistic“ und „Öli und Schrauber“ und erhielten begeisterten Applaus für ihren Auftritt.

Die Beiträge der Preisträger können Sie am Samstag ausführlich in der "Pforzheimer Zeitung" lesen.