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Viele helfende Hände sorgen für das Gelingen der Vesperkirche.
Viele helfende Hände sorgen für das Gelingen der Vesperkirche.
20.01.2019

Großer Andrang: 20. Vesperkirche öffnet ihre Pforten

Pforzheim. Das Einzige, was die Armut beseitigen kann, ist miteinander zu teilen.“ Dieses Zitat von Mutter Teresa steht als Motto über der 20. Pforzheimer Vesperkirche. Und dieses Zitat ist es auch, das Pastoralreferent Tobias Gfell und die evangelische Dekanin Christiane Quincke in den Eröffnungsgottesdienst einfließen lassen.

Passt es doch gut zu dem ökumenischen Angebot in der Stadtkirche. „In der Vesperkirche ist erfahrbar, was es heißt zu teilen. Hier gibt es nicht nur Essen, es gibt Begegnungen, Gespräche und Zusammensein“, sagt Quincke.

Rund 500 Essen täglich

Und die Menschen haben darauf gewartet. Als sich nach dem Gottesdienst die Türen zur Werktagskirche öffnen, strömen die Besucher hinein. Männer und Frauen, junge und alte Gäste lassen sich an den mit gelben Wachsdecken, Kerzen und Blumen geschmückten Tischen nieder, essen ein Marmeladenbrötchen und trinken einen Kaffee. Kinder spielen zwischen den Kirchenbänken mit Lego und Modellautos. Andere Besucher reihen sich geduldig in die Schlange für die Bon-Ausgabe ein. Für einen Euro bekommen sie sonntags ab 12 Uhr und werktags ab 11.30 Uhr ein warmes Mittagessen und ein Vesper. Kaffee, Tee, Kuchen und alkoholfreie Getränke gibt es für alle kostenlos.

Rund 500 Essen geben die Ehrenamtlichen täglich aus. Am Eröffnungstag stehen Hähnchenschnitzel mit Teigwaren, Soße und Gurkensalat und als Nachtisch Schokopudding auf dem Speiseplan. Nach wochenlangen Vorbereitungen freuen sich auch Elisabeth Schweizer und Gabriele Napiwotzki vom Führungsteam, dass es endlich losgeht. Viele Besucher haben sie schon begrüßt und umarmt, denn es sind oft bekannte Gesichter, die in die Vesperkirche kommen. Und dennoch dringt das Angebot nicht zu allen vor. „Wir erreichen viele nicht, die es nötig hätten. Die wirkliche versteckte Armut sehen wir hier nicht“, sagt Napiwotzki. Schließlich gehöre Mut dazu, sich mit dem Besuch der Vesperkirche zu seiner Bedürftigkeit zu bekennen. Manche kämen aus Scham nicht, oder sie seien älter und nicht mehr mobil. „Hier bekämen sie zwar das Essen für einen Euro, aber dafür ist dann die Busfahrkarte zu uns zu teuer“, bedauert Napiwotzki.

Dass die Besucher der Vesperkirche dieses Angebot wahrnehmen können, dafür sorgen auch viele Spender, darunter die PZ-Hilfsorganisation „Menschen in Not“. Und dann sind da noch die täglich 60 Helfer. Bei ihnen kann das Führungsteam auf einen Stamm von 200 bis 250 Ehrenamtlichen zurückgreifen – meist Rentner, aber an den Wochenenden auch zunehmend jüngere Menschen. Zudem helfen Auszubildende aus Firmen mit. „Das ist für die jungen Leute eine tolle Erfahrung“, erklärt Schweizer, „da sieht man, wie gut es einem selber geht, und dass nicht alles selbstverständlich ist.“

Mehr lesen Sie am Montag 21. Januar. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.