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Kita-Plätze in Pforzheim sind derzeit Mangelware. Foto: Fotolia
Kita-Plätze in Pforzheim sind derzeit Mangelware. Foto: Fotolia
14.06.2018

Großer Druck: Ehrgeizige Pläne für Kita-Ausbau in Pforzheim

Pforzheim. Fast 1200 Eltern haben für das Kita-Jahr 2018/2019 keinen Betreuungsplatz gefunden. Eine Hiobsbotschaft für viele Mütter, die deshalb ihre Jobs aufgeben müssen. Die Stadt will das Problem nun angehen und in den kommenden drei Jahren rund 1300 zusätzliche Plätze schaffen. Die konkreten Pläne stellte sie am Donnerstag im Finanzausschuss vor (siehe Grafik).

Noch in diesem Jahr soll es 60 neue Betreuungsplätze für Kinder über drei Jahren geben – 280 weitere bis Ende 2019. Bis dann will die Stadt auch zusätzliche 110 Plätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. Der Schwerpunkt des Kita-Ausbaus ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Die Stadt hofft, dann weitere 870 Betreuungsplätze zur Verfügung stellen zu können – 640 für über Dreijährige und 230 für jüngere Kinder.

„Die Präsentation zeigt die Versäumnisse der vergangenen Jahre“, sagte Ralf Fuhrmann, der SPD-Fraktionsvorsitzende. Zu verantworten habe das aber nicht die Verwaltung, die immer zu einem Ausbau gedrängt habe, sondern viel mehr der Gemeinderat. „Es tut sich viel. Das muss auch kommuniziert werden“, erklärte er und forderte, dringend noch vor der Sommerpause des Gremiums Gespräche mit Eltern, Erziehern und Kirchen zu führen. Die Verunsicherung sei mittlerweile überall groß.

„Der Engpass ist das Personal“, erklärte Michael Schwarz (FW) und verlangte von der Stadt auch dafür ein Entwicklungskonzept. Man müsse die Arbeitsstellen attraktiver machen, forderte Peter Pfeiffelmann (WiP/Die Linke), und Fuhrmann kündigte an, bald einen Antrag für eine Ausbildungsoffensive stellen zu wollen. „Es bringt nichts, Plätze auszubauen, wenn wir sie dann nicht bespielen können“, begrüßte Oberbürgermeister Peter Boch diesen Vorschlag. Bürgermeisterin Sibylle Schüssler sprach von 160 Erziehern, die man benötige, wenn man alle Ausbaupläne in den kommenden Jahren umsetze.

Ein „schwacher Trost“ ist der geplante Kita-Ausbau für Bernd Zilly (UB). Denn die Kinder, die jetzt einen Betreuungsplatz bräuchten, seien dann bereits in der Schule. Und auch Axel Baumbusch, der Fraktionsvorsitzende der Grünen Liste, mahnte an, dass man die Probleme nur um drei Jahre verschiebe, wenn man sich nicht um den Ausbau der Hortplätze bemühe. Dass das Betreuungsangebot in diesem Bereich „nicht optimal“ ist, räumte Bürgermeister Dirk Büscher ein. „Wir hecheln dem Bedarf hinterher, der sich aufgestaut hat. Das geht nicht über Nacht“, machte er klar. Zusätzliche Sorgen bereitete Baumbusch die Finanzierbarkeit all dieser Bauvorhaben, und auch Fuhrmann erklärte: „Wir werden dann im Haushalt sehen, was davon wahr wird.“ Die Priorisierung treffe letztendlich der Gemeinderat, antwortete OB Boch. Er hoffe, dass man den Ausbau vorantreiben könne.