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Public Viewing Griechenland 13.jpg
24.06.2012

Großer Jubel beim Public Viewing im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Trotz des schönen Wetters am Freitag lockte das Kulturhaus Osterfeld viele Zuschauer zum Public Viewing im Malersaal. Als einziger Grieche unter ganz vielen Deutschland-Fans beim, kam ich mir ein wenig vor, wie der kleine, blonde Junge Kevin den seine Familie im Film allein nach New York hat fliegen lassen. Oh oh, ob das gut geht.

Bildergalerie: Deutschland gegen Griechenland: Fans im Enzauenpark - Teil 3

Rein in den Saal und ganz gelassen bleiben. Schließlich konnte mich vor dem Spiel noch niemand als Griechen-Fan identifizieren. Etwas herumgelaufen, die Lage beobachtet. Bloß nicht auffallen. Nach und nach füllte sich der Saal. Junge, alte, kleine und große Zuschauer. "Wir sind hier her gekommen, weil wir dem großen Trubel entgehen wollten. Die Stimmung ist hier ganz entspannt. Man konzentriert sich auf das Wesentliche: den Fußball", erklärte mir Rüdiger Staub, warum er sich mit seinen Freunden dazu entschieden hat, die Partie im Kulturhaus Osterfeld zu verfolgen. Das ist auch der Hauptgrund der meisten anderen Zuschauer.

In der Tat: die Atmosphäre vor dem Spiel sehr gelassen. Das lag wahrscheinlich daran, dass nicht viele im Saal der griechischen Mannschaft die Überraschung zutrauten. Von einem knappen Ergebnis bis hin zu einem Kantersieg. Alle Ergebnisprognosen waren dabei. "Jogi Löw wird da schon die richtigen aufgestellt haben. Wenn er das Gefühl hat, er muss einige Spieler auswechseln, dann wird das schon richtig sein. Wir gewinnen 3:1", war sich Thorsten Ebert sicher.

Dann wird nicht mehr geredet. Das Spiel beginnt. In den ersten 15 Minuten haufenweise Chancen für die deutsche Mannschaft. Viele hatten den Torschrei schon auf den Lippen und ich suchte schon ganz früh nach einem Platz um mich zu verstecken. Das konnte ja noch heiter werden. Dann fünf Minuten vor der Halbzeit der erlösende Treffer für Deutschland. Schreie, Jubel, lautes Klatschen und dann schnell wieder hingesetzt. Es hat ja so kommen müssen. Ich drehte mich um und winkte ab. Die ersten schienen den Wolf im Schafspelz erkannt zu haben, was ihrer Freude jedoch keinen Abbruch tat.

Dann rein in die zweite Halbzeit. Tor für Griechenland. Ein Jubelschrei und dann war es raus: er ist ein Grieche. Fast alle drehten sich um. Die einen lächelten mir zu, die anderen konnten es nicht fassen. Wie konnte das passieren? Das fragte ich mich auch.

Doch meine Freude währte nur kurz. Schnell macht Deutschland wieder das 2:1. Der Saal tobte. Dann das dritte Tor und man konnte fast hören, wie Felsen von den Herzen fielen. Der vierte Treffer war da schon Jubel-Routine, das zweite Tor der Griechen kriegte keiner mehr so richtig mit. Am Ende noch einige aufmunternde Worte von einigen deutschen Fans für mich. "Macht nichts", entgegnete ich. Am kommenden Donnerstag jubeln wir dann wieder gemeinsam.

Stavros Georgiou