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Ein Mann mit einem Kilogramm Marihuana im Auto ist der Polizei ins Netz gegangen. © Meyer
05.05.2013

Großkontrolle auf A8: Alkohol, Drogen und Waffen gefunden

Die großen Scheinwerfer verwandeln die Nacht zum Tag. Wo es normalerweise eigentlich nur wenig zu beobachten gibt, ist viel los. Menschen in neongrünen Warnwesten laufen umher und weisen Autofahrer in die korrekte Halteposition ein. Medienvertreter der regionalen Presse, aber auch großer überregionaler Privatsender haben ihre Kameras am Anschlag und filmen das Geschehen. Im Fokus: Polizisten nehmen einen Mann fest.

Bildergalerie: Große Polizeikontrolle auf A8: Drogen und Waffen gefunden - Teil 2

Vor dem Parkplatz „Kämpfelbach“, zwischen den Autobahnanschlussstellen Nord und West, findet eine Großkontrolle der Polizeidirektion Pforzheim statt. So groß, wie es sie höchstens einmal jährlich gibt. Die Autobahn wird vorher auf eine einzige Spur verengt. Erfahrene Polizisten überprüfen jedes einzelne Fahrzeug. Viele dürfen gleich weiterfahren. Einige werden allerdings auf den Parkplatz gelotst und müssen sich einer intensiven Kontrolle unterziehen lassen.

Bildergalerie: Große Polizeikontrolle auf A8: Drogen und Waffen gefunden - Teil 1

„Es sind heute 103 Vollzugsbeamte im Einsatz“, sagt der Chef der Autobahnpolizei, Frank Krebs, unter dessen Führung die Kontrolle stattfindet.

Dabei soll das gesamte Spektrum an möglichen Vergehen abgedeckt werden. „Wir kontrollieren die Fahrer auf Fahrtüchtigkeit, suchen nach Alkohol und Drogen, schauen ihre Identitätspapiere an und überprüfen, ob sie polizeilich gesucht werden oder sich illegal in Deutschland aufhalten“, erklärt Frank Otruba, Pressesprecher der Polizei. Auch die aktuelle Einbruchserie in der Region sei Anlass für die Aktion.

Die meisten Fahrer nehmen die Kontrolle gelassen. Zwar sind sie über ihren Zeitverlust verärgert, aber wirklich böse können sie auf die Beamten nicht sein. „Nachdem der Polizist uns so nett behandelt hatte, war die Kontrolle kein Problem“, sagt ein 22-jähriger Fahrer, der mit Arbeitskollegen auf der Fahrt von Sindelfingen nach Karlsruhe ist. Dem stimmt auch ein Fahrer mit Pforzheimer Kennzeichen zu. „Ich bin zwar echt genervt, weil meine Frau und ich einfach nur eine kleine Runde mit dem Auto drehen wollten und nun hier stehen müssen, aber zumindest ging man freundlich mit uns um.“
Vermutlich färbt die gute Laune der Vollzugsbeamten ab. Die haben zwar die ganze Nacht hindurch Dienst, doch stören tut sie das nicht. „Die Uhrzeit ist für mich gar kein Problem. Mir macht die Arbeit Spaß“, sagt der 23-jährige Polizeimeister Robert Liebler.
Doch die Polizisten sind nicht die Einzigen, die zu später Stunde arbeiten müssen. Auch das Technische Hilfswerk ist mit elf Ehrenamtlichen zugange. Sie kümmern sich darum, dass die Zelte, in denen die Vollzugsbeamten Personalien kontrollieren, sicher stehen und dass die Scheinwerfer funktionieren. Das Deutsche Rote Kreuz versorgt derweil die Beamten und Helfer mit Gulaschsuppe.

Insgesamt soll die Nacht dann doch ruhiger bleiben als gedacht. Überprüft werden bis Ende 200 Autos, zwölf Lastwagen und zwei Busse. Gefunden werden in einem Fahrzeug 1000 unversteuerte Zigaretten. In einem Kleinbus stellen die Beamten ein zur Fahndung ausgeschriebenes Fahrrad sicher. Sieben Personen müssen sich wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

Für die Fahrerin eines Bentleys aus dem Offenburger Kreis endet die Fahrt auf dem Parkplatz. Sie hat nur einen ukrainischen Führerschein und der ist in Deutschland nicht gültig. Schlimmer trifft es einen Fahrer aus dem Konstanzer Raum. Er wird bei dem Versuch erwischt, ein Kilo Marihuana zu schmuggeln, und muss die Nacht in einer Zelle auf dem Polizeirevier verbringen.

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