760_0900_99610_Grundgesetz_Reuchlin_Gymnasium_02.jpg
Vier Schüler der neunten Klasse im Reuchlin-Gymnasium haben auf eigene Initiative einen Trickfilm zum Grundgesetz gedreht. Die Präsentation fand in der Aule der Schule statt.  Foto: Meyer 
760_0900_99611_Grundgesetz_Reuchlin_Gymnasium_09.jpg
An sieben Tagen in den Ferien haben Tobias Roth, Carolin Kopeyko, Emilia Wallace und Nina Schulz ihren Film produziert.  Foto: Meyer 

Grundrechte als Kurzfilm: Reuchlin-Neuntklässlern gelingt prägnantes Werk

Pforzheim. Zugegeben: Ein bisschen verblasst ist das Bild schon, das sich die Pforzheimer Reuchlin-Gymnsiasten an diesem Donnerstagvormittag vom Grundgesetz machen. Aber das ist weder Schuld der Schüler noch des Grundgesetzes – das Atrium des Gymnasiums auf dem Rodrücken hat einfach nicht die perfekten, abgedunkelten Lichtverhältnisse, und die Leinwand, auf die der Kurzfilm übers Grundgesetz projiziert wird, ist auch in die Jahre gekommen und ähnelt eher einem groß geratenen Leintuch.

Abgesehen davon haben die vier Reuchlin-Neuntklässler Carolin Kopeyko, Tobias Roth, Nina Schulz und Emilia Wallace mit ihrem Drei-Minuten-Trickfilm zur Bedeutung der Grundrechte exzellente journalistische und politologische Arbeit geleistet.

Äußerst anschaulich, höchst präzise und in bestmöglicher Reduzierung aufs Wesentliche setzten sie die Inhalte mithilfe von Lego-Figuren in bewegte und vertonte Bilder um – unterhaltsam, weil plakativ, war ihr Werk obendrein. Es zeigt in kurzen Sequenzen Lehrer, die Schüler schlagen, Elten, die ihr Kind gegen dessen Willen in den elterlichen Betrieb zwingen wollen, Redner, die verhaftet werden, und verdeutlicht so die Bedeutung der Grundrechte auf Würde, eigene Entscheidungen und Meinungsfreiheit. „Unser Leben wäre ohne Grundgesetz eingeschränkter und gefährlicher“, schilderte Mit-Regisseurin Carolin Kopeyko ihren Bezug zur deutschen Verfassung.

Reuchlin-Schüler erstellen Film zum 70. Jubiläum des Grundgesetzes
Video

Reuchlin-Schüler erstellen Film zum 70. Jubiläum des Grundgesetzes

Symbol für Gutes in der Welt

„Für mich ist das Grundgesetz ein Zeichen, dass die Welt Gutes zustande bringt, wenn man sich zusammentut“, sagte ihre Kollegin Emilia Wallace zu ihrem Werk. Die zu hunderten auf Einladung des sichtlich stolzen Reuchlin-Direktors Kai Adam vollzählig ins Atrium gekommenen Mitschüler, dazu Eltern und andere neugierige Erwachsene, quittierten die Vorführung mit großem, weit mehr als nur pflichtschuldigem Beifall. Dennoch konnte sich im Gespräch mit der PZ als einziger aus dem Macher-Quartett Tobias Roth vorstellen, so etwas wie diese Film-Produktion zum Beruf zu machen.

Entstanden war der Film auf Eigeninitiative des Quartetts an sieben Ferientagen, ursprünglich gedacht als Wettbewerbsbeitrag für den Deutschen Anwaltsverein zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes. „Leider Gottes haben wir nicht gewonnen“, sagte Emilia in ihrer Ansprache – was einzig für den Preis des Anwaltsvereins gilt.