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Jörg (links) und Mike schnorren regelmäßig vor dem „Goldenen Adler“. Die beiden Männer sind seit Monaten obdachlos – wollen sich aber trotzdem nicht wie Dreck behandeln lassen. Foto:Lutz
Jörg (links) und Mike schnorren regelmäßig vor dem „Goldenen Adler“. Die beiden Männer sind seit Monaten obdachlos – wollen sich aber trotzdem nicht wie Dreck behandeln lassen. Foto:Lutz
16.03.2018

Gruppe vor dem „Goldenen Adler“: Am Betteln scheiden sich die Geister

Laute Musik, Alkohol, Pöbeleien: Die Gruppe vor dem „Goldenen Adler“ sorgte in den letzten Wochen mehrfach für Polizeieinsätze. Der Wirt sieht seine Geschäfte in Gefahr. Die Schnorrer selbst erklären, dass sich nicht alle daneben benehmen – und sie ihrerseits von den Passanten oft schlecht behandelt werden.

Abschätzige Blicke, Beleidigungen oder sogar Schläge im Vorbeigehen: Jörg und Mike (Name von der Redaktion geändert) haben schon so einiges erlebt. „Wir sitzen auf dem Boden. Und da liegt für die meisten Leute der Dreck, entsprechend behandeln sie uns“, erzählt Jörg. Gemeinsam mit dem 19-jährigen Mike und einer Handvoll weiterer junger Leute sitzt der 50-Jährige an diesem Nachmittag vor dem „Goldenen Adler“ am Leopoldplatz. Vor ihnen zwei Becher – einer für Marihuana, einer für Essen und Trinken – mit denen sie Kleingeld von den vorbeilaufenden Passanten erschnorren wollen. „Im Drogen-Becher landet mehr“, sagt Mike lachend. Seit es nicht mehr so kalt ist, sitzt die Gruppe hier regelmäßig. Einige von ihnen sind obdachlos, wie Jörg und Mike. Andere gehen noch zur Schule und wohnen bei ihren Eltern. Männer und Frauen, Junge und Alte, Arbeitslose und Arbeitnehmer: „Wir sind eine bunte Truppe, mit Obdachlosen, Normalos, Punks und eben allen, die Lust haben, sich dazu zu setzen“, erklärt Jörg. Warum sie obdachlos sind? „Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit“, so die einstimmige Antwort.

Ein älterer Mann kommt vorbei, macht eine abschätzige Geste in Mikes Richtung. Der steht auf, ruft dem Mann hinterher. Jörg und eine junge Frau beruhigen ihn. „Sowas regt mich einfach auf“, ruft der 19-Jährige, setzt sich wieder und dreht sich eine Zigarette. Neben sich hat er einen Lautsprecher, aus dem Punkrock dröhnt. Eine Bierflasche wird herumgereicht. „Wir trinken hier schon so unsere drei, vier Bier“, räumt Jörg ein. „Hartes Zeug“ wäre schon auch mal dabei, wenn es ein Besucher der Gruppe mitbrächte. Selbst kaufen würden sie es aber nicht.

Dass das nicht allen gefällt, ist ihnen durchaus bewusst. „Die Polizei kommt fast jede Woche“, erklärt Mike. In vielen Fällen wird die vom „Goldenen Adler“-Wirt Vito Federico gerufen, der das Treiben vor seinem Restaurant schon länger verfolgt. „Es ist ein Problem. Die Musik dröhnt bis ins Restaurant, und mit jedem Bier wird es lauter“, erklärt der Wirt. Die Platzverweise, die die Polizei regelmäßig ausspreche, brächten nur kurzzeitig Ruhe. „Nach zwei Tagen sind sie wieder da“, so Federico. Während er im vergangenen Jahr mit organisierten Bettlerbanden zu kämpfen gehabt hätte, seien es seit drei Monaten die Obdachlosen und Punks. Er habe die Gruppe mehrfach auf ihr Verhalten angesprochen, allerdings ohne Erfolg. „Sie sind der Ansicht, sie tun niemand was, was ja auch stimmt. Aber sie feiern quasi eine Grillparty vor meiner Tür, das will niemand“, erklärt er. Federico hofft, dass die verstärkte Polizeipräsenz etwas ändern wird.

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pforzheimer007
19.03.2018
Gruppe vor dem „Goldenen Adler“: Am Betteln scheiden sich die Geister

[FONT=Helv][SIZE=2][FONT=Helv][SIZE=2]keine ahnung was das für asoziales volk ist...von echten punks sind die so weit entfernt...wie mutter theresa von heidi klum.... [/SIZE][/FONT][/SIZE][/FONT] mehr...

Störtebeker
19.03.2018
Gruppe vor dem „Goldenen Adler“: Am Betteln scheiden sich die Geister

Die junge Frau die dort sehr oft mit zwei Hunden sitzt wohnt hier in der Gegend in einem schmucken Einfamilienhaus. mehr...

ROSAROT
19.03.2018
Gruppe vor dem „Goldenen Adler“: Am Betteln scheiden sich die Geister

[QUOTE=Störtebeker;297747]Die junge Frau die dort sehr oft mit zwei Hunden sitzt wohnt hier in der Gegend in einem schmucken Einfamilienhaus.[/QUOTE] Ja, wenn es ihr doch aber vor dem Goldenen Adler besser gefällt......... mehr...

Schneefuchs
19.03.2018
Gruppe vor dem „Goldenen Adler“: Am Betteln scheiden sich die Geister

So lange die Platzverweise die Verursacher nichts kosten bringen die nichts. Ich kann den Wirt gut verstehen. Würde da an seiner Stelle einen Sicherheitsdienst beauftragen dort für Ordnung zu sorgen. Wenn dafür Kunden wieder kommen lohnt es sich. Die Stadt Pforzheim sollte sich mal überlegen vom wem Geld kommt und wohin es geht. Die Argumente "ohne Arbeit ....." halte ich für nicht glaubwürdig. Wenn das Geld halt für Drogen und Alkohol draufgeht ist das eine schlechte Ausrede. mehr...