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01.05.2008

Gute Arbeit im Blickpunkt

PFORZHEIM. Klare Worte zu Politik, Bildung und Arbeitgebern hatte Monika Lersmacher, Bezirkssekretärin der IG Metall Baden-Württemberg, in ihrer Rede beim Fest des DGB zum 1. Mai im Benckiserpark parat.

Der Andrang war groß: Beim Haus der Jugend waren die Bänke gestern voll besetzt, es wurde gegrillt, an zahlreichen Ständen informiert und die Band „B-Side“ sorgte mit Oldies für Stimmung. Bei der Ansprache von Monika Lersmacher jedoch hielten die Anwesenden inne, denn sie brachte viele aktuelle, gesellschaftliche Themen auf den Punkt. Unter dem Motto „Gute Arbeit muss drin sein“ erläuterte sie die Ziele der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und wies auf die Erfolge bei den Tarifverhandlungen hin.

„Die Arbeit der Regierung ist verdammt verbesserungswürdig“, sagte Lersmacher und wurde mit Beifall bestätigt. Viele Unternehmen würden die Arbeitnehmer nur noch als bloße Kostenfaktoren auf zwei Beinen sehen und dann von ihren „laufenden Kosten“ sprechen. Die Bezirkssekretärin stellte unter anderem die Schmiergeldaffäre von Siemens an den Pranger und dankte allen Menschen, die sich an Warnstreiks und Autokorsos beteiligt haben. Besonders kritisierte Lersmacher die Rente mit 67. Angesichts der Massenarbeitslosigkeit sei dies nichts anderes als eine weitere verkappte Rentenkürzung. „Rente mit 67, das ist wie ein Faustschlag ins Gesicht derjenigen, die ein Leben lang geschuftet haben und dann mit Ende 50 davon einfach kaputt sind.“

Einsatz für mehr Gerechtigkeit

Lersmacher sprach sich zudem für eine neue geförderte Altersteilzeit, einen gesetzlichen Mindestlohn und eine Gleichbehandlung von Leiharbeitern und Stammbeschäftigten aus. Der DGB fordert außerdem, dass der Zugang zu den Schulen und Hochschulen nicht davon abhängen dürfe, was Eltern und Großeltern im Portemonnaie, sondern davon, was die Kinder selbst im Kopf haben. Lersmacher rief die Anwesenden abschließend dazu auf sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen.