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05.08.2009

Haftbefehl nach Brandstiftung in der Südstadt

PFORZHEIM. Das Abzocken von Geld und Zigaretten, ein Überfall auf einen Taxifahrer - in der Pforzheimer Südstadt hat es in den vergangenen Wochen mehrere Vorfälle gegeben, die den Anwohnern Angst machen. Nach dem Feuer im Strietweg am Wochenende hat der Haftrichter am Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft nun Haftbefehl gegen einen 35-jährigen Mann erlassen – wegen des Versuchs der gefährlichen Brandstiftung.

Als Motiv schließen die Ermittler nach PZ-Informationen Eifersucht nicht aus. Der Mann soll sich in der Nacht zum vergangenen Samstag mit seiner Frau im Haus am Strietweg 24 gestritten haben.

Die Frau habe das Haus verlassen – die Kinder waren ohnehin nicht mehr da –, und dann soll der Beschuldigte im Keller der Doppelhaushälfte an Papierresten und Holz gezündelt haben. Dort brach um 2.45 Uhr Feuer aus. Es entstand ein Schaden von rund 80 000 Euro.

Die Feuerwehr fand den Mann ohnmächtig im Garten hinter dem Haus; er wurde von Kräften des Deutschen Roten Kreuzes versorgt, und man entnahm ihm Blut – auch ohne offenkundige Alkoholisierung ein Routinevorgang bei möglichen Kapitaldelikten.

Es sind in der Süd- und Südoststadt noch ganz andere Vorfälle, die die Bewohner verunsichern. Nach wie vor Gesprächsthema ist die Abzocke im Bereich St.-Georgen-Steige: Vor etwas über zwei Wochen hatten zwei Täter unterhalb der Goldschmiedeschule zwei Unbekannte drei Passanten gezwungen, Geld herauszurücken. Drei Tage später nahmen junge Männer, bei denen es sich möglicherweise um die gleichen Täter gehandelt haben könnte, einer Frau mit Gewalt ihre Zigaretten ab.

Eine weitaus schlimmere Dimension dann Ende vergangener Woche: Zwei Männer und eine junge Frau hatten sich in Mühlacker ein Taxi bestellt und waren in die Südstadt gefahren. An der Galileistraße stiegen sie aus – und schlugen den 69-jährigen Fahrer zusammen, ehe sie flüchteten, allerdings ohne etwas zu erbeuten. Oberstaatsanwältin Gabi Gugau zur PZ auf Anfrage: „Wir ermitteln wie verrückt.“

Mini-Car-Fahrer erneut Opfer

Bei einem Vorfall im November vergangenen Jahres war es um 250 Euro gegangen. So viel hatte ein 58 Jahre alter Minicar-Fahrer bei sich, als er zwei 15-Jährige in der Wendeschleife der Glogauer Straße im Stadtteil Haidach aussteigen ließ – und einer von ihnen, ein Jugendlicher aus dem sogenannten „Intensivtäter-Programm“, mit einem Messer siebenmal zustach und den Fahrer schwer verletzte. Eine Woche später wurden die beiden gefasst und im Mai dieses Jahres vor Gericht gestellt. Der Haupttäter erhielt wegen schweren Raubes vier Jahre Jugendstrafe.