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© dpa Symbolbild
22.03.2016

Haftstrafe für Entführung einer Prostituierten aus deren Terminwohnung

Pforzheim. Noch nicht rechtskräftig ist der Urteilsspruch des Schöffengerichts gegen einen 35-jährigen Mann von Dienstag. Mit zwei Jahren ohne Bewährung liegt das Urteil zu dicht dran an der von der Staatsanwaltschaft geforderten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten – die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

Und so wird die erstinstanzlich so verurteilte Freiheitsberaubung einer in Pforzheim tätigen Prostituierten, der versuchte Einbruchsdiebstahl in ihre Wohnung und Diebstahls in zweiter Instanz vor der Kleinen Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe neu verhandelt – vielleicht auch nur über das Strafmaß neu befunden.

Der Mann, in den vergangenen Jahren 18 Mal vorbestraft, wurde für schuldig befunden, im März mit vier weiteren Männern in ein Haus mit Terminwohnungen in der Oststadt eingedrungen zu sein. Man habe bei dem 35-jährigen Opfer geklingelt und die Frau unter Drohungen gezwungen haben, mitzukommen und sie anschließend in der Wohnung eines einflussreichen Mannes der russischen Szene auf dem Haidach festgehalten haben. Bei einem Zwischenstopp an einer Tankstelle gelang der lettischen Prostituierten die Flucht. Ihr Begleiter wurde verhaftet. Er stritt die Tat bis zuletzt ab. Mehrmals scheiterte eine Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, wie sie Karl-Michael Walz, der Vorsitzende des Gerichts, angeregt hatte. ol