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Halloween in Pforzheim: Eine Nacht voller Randale © Ketterl
31.10.2012

Halloween: Angst vor Randale und Vandalismus

Pforzheim/Enzkreis. Steht den Menschen in Pforzheim wieder eine Nacht voller Randale bevor? Die letzte Halloween-Nacht jedenfalls war geprägt von Gewalt und Vandalismus, wie es im Polizeibericht von 2011 hieß. Auch in diesem Jahr rechnet die Polizei mit vielen Einsätzen und verstärkt die Streifen. Insgesamt sind 20 Beamte mehr im Dienst und auch zwei zusätzliche Diensthunde sind in der Nacht unterwegs. Zudem will die Polizei in der Nacht verstärkt den Verkehr kontrollieren. Denn Experten von Polizei und Jugendarbeit sprechen von einer erhöhten Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen.

Bildergalerie: Eine Nacht voller Vandalismus: Halloween in Pforzheim

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei in der Nacht auf den 1. November einiges zu tun: Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die ersten Jugendgruppen gemeldet, die in der Nordstadt rohe Eier auf Busse und Häuser warfen. An der Philippstraße war ein Ei durch ein offenstehendes Fenster in einer Wohnung gelandet und beschädigte in dieser ein aufgestelltes Bild.

Mit rohen Eiern wurde auch das Dienstgebäude des Polizeireviers Neuenbürg zwichen 23 Uhr und Mitternacht beworfen. Gegen 20 Uhr wurde die Polizei zur Nibelungenstraße gerufen, wo randalierende Jugendliche an zwölf Autos die Außenspiegel abgetreten hatten. Der Sachschaden wird mit 1200 Euro angegeben. Da ein Anlieger sein Grundstück durch eine Videoanlage überwachen lässt, erhoffen sich die Beamten durch das Auswerten der Aufnahmen nun Hinweise auf die Täter. Es war um 22.30 Uhr, als Anwohner der Güterstraße durch dumpfe Schläge aufgeschreckt wurden. Als sie nach dem Rechten schauten, sahen sie drei Jugendliche wegrennen. Hier waren Seitenspiegel an zwei Autos abgeschlagen worden. Um 22.32 wurde der Polizei gemeldet, dass eine Gruppe von sechs Jugendlichen durch die Genossenschaftstraße zieht. Sie hätten die Scheibe einer Gaststätte eingeschlagen und seien danach sofort geflüchtet. Die Täter waren vorwiegend mit dunklen Kapuzenpullis bekleidet. Fünf Minuten später ging der nächste Alarm bei der Polizei ein.

Danach gelang es den Beamten, vier Jugendliche im Alter von 16 Jahren auf frischer Tat zu ertappen und festzunehmen, die im Enzauenpark drei Mülltonnen beschädigt hatten. Die Eltern mussten ihre Söhne auf der Wache abholen. Ein Strafverfahren wird folgen. Damit müssen auch zwei 15-Jährige rechnen, die Baustellenabschrankungen auf die Fahrbahn der Redtenbacherstraße warfen. Dadurch wurden die Warnleuchten beschädigt. Die Polizei nahm die Übeltäter kurz vor 23 Uhr fest und nahmen sie aufs Revier Nord mit, wohin ebenfalls die Eltern einbestellt wurden. Ein aufmerksamer Anwohner der Metzgerstraße in Büchenbronn wurde auf drei Personen aufmerksam, von denen eine sich an einem Auto zu schaffen machte, um danach zu den anderen wieder zurückzukehren. Als er nach dem Rechten sah, entdeckte er einen zerstochenen Autoreifen. Er rief um 23.47 Uhr die Polizei. Beamte des Reviers Süd kontrollierten im Rahmen der Fahndung ein Trio – zwei 23-Jährige und ein 16-Jähriger. Bei einer Person wurde ein Messer gefunden. Der Posten Büchenbronn wird die weiteren Ermittlungen führen. Nach Mitternacht kam es dann zu mehreren Einsätzen vor Diskotheken. „Wieder einmal eskalierte hier die Gewalt“, ist im Polizeibericht vermerkt. Im Eingangsbereich des „Como“ am Schloßberg war es um 1.35 Uhr zu einem Streit gekommen, der Handgreiflickeiten nach sich zog. Es gab Verletzte. Die Polizei erteilte den Störern einen Platzverweis. Der Verfall zieht ein Verfahren wegen Körperverletzung nach sich. Um 3.15 Uhr wurde im Umfeld der Club Lounge „Flash“ an der Mannheimer Straße ein Handgemenge gemeldet. Auch hier erteilte die Polizei Platzverweise gegen die Störer. Einer von ihnen erwies sich als unbelehrbar und wollte – so die Polizei - weiter gegen andere Personen aggressiv vorgehen. Er sei mit Zwang in Gewahrsam genommen worden. Er habe sich auch zu Beleidigungen gegen die Beamten hinweißen lassen. Er musste daraufhin die Nacht in einer Zelle verbringen und sieht einem Gerichtsverfahren entgegen. Zwei junge Leute gerieten wenig später (3.35 Uhr) ebenfalls vor dem „Flash“ aneinander. Einer von ihren wurde durch einen Faustschlag leicht verletzt. Und immer noch kehrte keine Ruhe in der Halloween-Nacht entgegen. Um 4.40 Uhr flogen Fäuste im „Casablanca“ auf der Wilferdinger Höhe. Mehrere junge Männer waren in Streit geraten. Und um 5.20 Uhr musste die Polizei erneut ins Umfeld des „Flash ausrücken. Zwei Betrunkene hatten einen geparktes, rotlackiertes Auto für ein Minicar gehalten. Als sie an die Scheibe klopften, fühlten sich die im Wagen schlafenden Insassen provoziert. Die verbale Auseinandersetzung endete tätlich. Zwei Personen erlitten Verletzungen an der Lippe und am Auge. Schließlich meldete die Polizei noch eine Beamtenbeleidigung. Eine Streife des Reviers Nord wartete um 2.30 Uhr in ihrem Wagen an der Ampel der Lindenstraße. Sie wurden von drei Passanten angepöbelt „und von einem stark angetrunkenen 24-Jährigen auf übelste Art und Weise beleidigt, wie vermerkt wurde. Auch in Dillweißenstein trieben Jugendliche ihr Unwesen. Eine größere Gruppe warf um 0.50 Uhr mit Steinen und Flaschen die Scheiben eines Baggers am Ernst-Haug-Weg ein. Vermutlich sind die 20 jungen Leute auch für das Abfackeln eines seit April auf dem Parkplatz unterhalb der Nagoldhalle stehenden, abgemeldeten Ford Mondeo verantwortlich. Die Feuerwehr hatte den Brand, der um 0.15 Uhr gemeldet wurde, schnell unter Kontrolle.

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