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Alle zwei Wochen wird der gefüllte gelbe Sack abgeholt. Das Geschäft mit der Entsorgung lohnt sich – da wird mit jedem Cent gerechnet. Das gilt auch für die Zuteilung der Tüten. Foto: Ketterl/Archiv
Alle zwei Wochen wird der gefüllte gelbe Sack abgeholt. Das Geschäft mit der Entsorgung lohnt sich – da wird mit jedem Cent gerechnet. Das gilt auch für die Zuteilung der Tüten. Foto: Ketterl/Archiv
12.08.2015

Handgreifliche Wutbürger: Immer wieder Ärger mit den gelben Abfalltüten

Pforzheim. Nicht zum ersten Mal nimmt Andreas Jensvold, Pressesprecher von Veolia (Hamburg) Kontakt mit dem Statthalter des Entsorgungskonzerns in Pforzheim auf – wie stets nach Presseanfragen. Auch im aktuellen Fall bekommt er zu hören, dass die Reaktionen von Bürgern mitunter in „persönliche Beleidigungen und Beschimpfungen“ mündeten. Sei es, weil gelbe Säcke außerplanmäßig liegenbleiben – oder trotz Massenabgabe nicht bei den Haushalten landen, weil sie gestohlen wurden.

Dafür tauchen sie auf einer Internet-Auktionsplattform auf. Für ein Euro wird so eine Rolle vertickt, 13 Stück, 90 mal 62 Zentimeter, Fassungsvermögen 60 Liter, ein Billigprodukt in Milliardenauflage, made in China, ein zentrales Produkt des dualen Abfallsystems – und vielleicht ein Auslaufmodell, zumindest wenn es nach Baden-Württemberg und einigen anderen Bundesländern geht.

Wer in der Suchmaschine „gelber Sack missbrauch“ eingibt, erhält nach einer halben Sekunde 6570 Ergebnisse – Presseartikel zumeist über Ärgernisse rund um den dünnen blassgelben Sack, in den eigentlich nur Verpackungsmüll gehört. Doch ob Pforzheim, Hohenlohe oder Hannover, Hotzenwald oder Zollernalbkreis: das gleiche Lied – egal, welches Unternehmen bei der Vergabe (die in Pforzheim nächsten Monat wieder ansteht) den Zuschlag hat.

Pforzheim habe einen Verbrauch an Gelben Säcken wie eine Millionenstadt, hört man aus vermeintlichen Expertenkreisen. Erhärten lässt sich dies nicht. Im Rahmen regelmäßiger Ausschreibungen für die haushaltsnahe Sammlung von Verkaufsverpackungen steht Veolia mit anderen Firmen in Konkurrenz und will – wie diese – („wir bitten um Verständnis“) Anzahl der verteilten Gelben Säcke nicht herausrücken. Es erinnert an die Windkraft-Diskussion in Pforzheim: Der Projektentwickler juwi veröffentlicht die Zahlen nicht – schließlich habe man viel Geld für Untersuchungen investiert, und davon sollen Mitbewerber nicht profitieren.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“.

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