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27.07.2015

Handwerk sieht Chancen und Risiken bei Gemeinschaftsschule

An ihr scheiden sich die Geister: Genauso wie es am Dienstag ein äußerst knappes Votum im Gemeinderat geben dürfte, ob die Nordstadtschule zusammen mit der Schanzschule Gemeinschaftsschule werden darf, ist auch das Handwerk geteilter Meinung. Rolf Nagel zumindest bleibt skeptisch: „Uns hat noch niemand den wirklichen Nutzen der Gemeinschaftsschule aufzeigen können“, sagt der Kreishandwerksmeister.

Zwar werde immer gesagt, die Stärkeren zögen die Schwächeren mit. Er glaube jedoch, dass damit eher die besseren Schüler unterfordert seien.

Nagel sieht keinen Handlungsbedarf, am bisherigen System etwas zu ändern: Rund 60 Prozent der Auszubildenden im Handwerk kämen aus der Hauptschule. „Wir sind zufrieden, so wie es ist“, sagt Nagel. Die Handwerkskammer Karlsruhe hingegen sieht die Gemeinschaftsschule als Chance: „Wir glauben, dass das längere gemeinsame Lernen hilft“, sagt Pressesprecher Alexander Fenzl. Dadurch könnten sich mehr Potenziale entwickeln. Entscheidend seien jedoch die Inhalte des Unterrichts und die Frage, wie die unterschiedlichen Qualitäten der Schüler gefördert würden. Für die IHK Nordschwarzwald ist wichtig, dass Realschule und Gemeinschaftsschule auf Augenhöhe agieren können und eine Benachteiligung vermieden wird. „Denn wir brauchen dringend Schulabgänger, die eine Ausbildung im Dualen System beginnen“, sagt Jens Mühleisen, Mitglied der Geschäftsführung. ola