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Hans Klok hat sein Publikum im Griff, auch in Pforzheim. Tricks und bezaubernde Bilder wirken.  Beusker
Hans Klok hat sein Publikum im Griff, auch in Pforzheim. Tricks und bezaubernde Bilder wirken. Beusker
29.11.2015

Hans Klok zeigt seine Zauberkunst in Pforzheim

Ein Bühnenvorhang glitzernd, wie ein klarer Sternenhimmel in einer kalten Winternacht empfängt das Publikum am Freitagabend im Großen Saal des CongressCentrums. Hans Klok, der berühmte Amsterdamer Magier, ist zu Gast in der Goldstadt und hat seine neuste Show mitgebracht.

Nichts Geringeres als „The New Houdini“ hat der 46-Jährige dafür als Titel gewählt und tritt damit in ziemlich große und ebenso legendäre Fußstapfen.

Harry Houdini (1874-1926), ein amerikanischer Entfesselugs- und Zauberkünstler hatte Geschichte geschrieben mit Unterwasserentfesselungen unter anderem im New Yorker Hippodrom oder auch mit dem Verschwindenlassen eines Elefanten auf dem Times Square. Einen Elefanten freilich hat Klok nicht ins CCP buchsiert, wohl aber ein Wasserbassin, in dem er eingewickelt in einige Ketten, sich von eben jenen unter einem blickdichten Tuch innerhalb von etwa zwei Minuten wieder befreit. Ebenso einige Kisten, Kästen und Käfige, in denen wahlweise er selbst sich oder eine der fünf ziemlich spärlich bekleideten Assistentinnen befanden.

Offensichtliche Sexualklischees

Da wurde mal abrakadabra eine Person gegen eine andere ausgetauscht, die ein oder andere Dame in Kästen zerschnibbelt und wieder zusammengesetzt oder teilweise hinfort gezaubert. Nach dem zweiten Kastenobjekt allerdings ist das nur noch mäßig spannend. Trotz der offensichtlichen Sexualklischees, (die Klok auch schon mit Pamela Anderson als seiner Assistentin in den Vereinigten Staaten nutzte), jeder Menge amerikanischem Pathos und sehr melodramatischen Musikeinspielungen, schafft er es, immer wieder bezaubernde Bilder auf die Bühne zu bringen und beweist ebenso Eigenhumor: „Ich spreche heute Abend Deutsch. Das klingt wie Rudi Carell. Aber ich sehe aus wie Linda de Mol“, scherzt Klok beispielsweise zu beginn der Show und schüttelt dabei sein wallendes blondes Haar.

Kurz vorher zieht er das Publikum mit einem in leuchtendes Nachtblau getauchten Clown in den Bann, der einzelne Lichter über die Bühne tanzen lässt. Er lässt Glühbirnen über den Köpfen der Zuschauer schweben, legt Damen auf Schwertspitzen ab oder lässt seine in Monte Carlo gewonnene Auszeichnung, den „Silbernen Clown“, von einem halben Frauenkörper über die Bühne rollen. Und er vereint in seiner Show seine rasanten Magie-Nummern mit hochkarätiger Akrobatik. Alles in allem eine Aufführung, die das Publikum im etwas mehr als zur Hälfte gefüllten CCP mit viel Applaus und dem ein oder anderen Ausruf des Erstaunens würdigte.