Ein 32-jähriger Mann aus Pforzheim ist von der Polizei festgenommen worden. Sein Hass gilt vor allem türkischen Frauen.
Symbolbild: Ein 32-jähriger Mann aus Pforzheim ist von der Polizei festgenommen worden. Sein Hass gilt vor allem türkischen Frauen. 

Hass auf Türkinnen: Mann landet in Psychiatrie

PFORZHEIM. Die Polizei hat einen 32-jährigen Mann verhaftet, der durch mehrere Übergriffe gegen türkisch-stämmige Pforzheimer aufgefallen war. Der Mann hatte vor allem Frauen türkischer Herkunft belästigt und beleidigt. Nach Aussage von Kriminaloberrat Uwe Carl gehöre der in Pforzheim geborene Mann aber keiner rechten Gruppierung an.

Der 32-Jährige befinde sich schon länger in ärztlicher Behandlung und stehe unter Medikamenten, so Polizeidirektor Burkhard Metzger. Zuletzt war er am Mittwoch, den 7. Dezember, in einem Supermarkt in der Innenstadt straffällig geworden. Dort habe er eine türkisch-stämmige Kassierin beleidigt und beschimpft. Als der Marktleiter ein Hausverbot erteilte und der Mann sich diesem widersetzte, musste die Polizei zur Hilfe geholt werden.

Auch den Beamten wollte sich der Pforzheimer nicht fügen. Die Polizisten nahmen ihn in Gewahrsam, wo er sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen musste. Da neben Verfolgungswahn eine akute Gefährdungslage vorliege, brachte man den Mann in die  Psychiatrischen Landesklinik Nordschwarzwald in Hirsau. Ob der Mann dort für längere Zeit bleiben muss, werden die Ärzte entscheiden.

Der Türken-Hasser hatte im Vorfeld auch eine Geschäftsfrau in ihrem Lebensmittelgeschäft in der Nordstadt abgepasst, die Ladentüre von innen zu schließen versucht und Drohungen gegen Türken ausgestoßen. Zudem soll er eine weitere Frau auf dem Leopoldplatz bedrängt und sich mit einem aus dem Irak stammenden Security-Mitarbeiter eines Drogeriemarkts eine Rangelei geliefert haben. In allen Fällen waren die Übergriffe von Ausrufen wie „Scheißtürken“ begleitet.

Mittlerweile, so Polizeichef Burkhard Metzger, seien alle Beamten sensibilisiert. Die fremdenfeindlichen Äußerungen waren bis zu einer Veröffentlichung in der PZ getrennt bearbeitet worden. Erst danach bündelte der Staatsschutz die Aktivitäten. Man werde, so Metzger, null Toleranz gegenüber fremdenfeindlichen Aktivitäten zeigen. mir/ol/kli