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Ganz neue Perspektiven tun sich im und vor dem Haus der Jugend auf – für Thorsten Graf (Gebäudemanagement), Bart Dewijze (Haus der Jugend), Alison Bussey (Stadtjugendring), Esad Esmer und Rainer Hopfgarten (Stadtjugendring, von links).  Fotos: Meyer
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Viel mehr Platz als früher bietet nicht nur der dominierende Raum im Erdgeschoss. Das alte Haus der Jugend wurde in mehreren Etappen ab 1949 errichtet.
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Esad Esmer, früher Besucher und heute „Spendenbotschafter“.

Haus der Jugend auf der Zielgeraden - nach vielen Enttäuschungen steht nun endlich der Eröffnungstermin

Pforzheim. Im zarten Alter von sieben Jahren fing Esad Esmer in der „Spielkiste“, dem Treff der Jüngsten im Haus der Jugend an. Er blieb der Einrichtung treu – so sehr, dass er sich nicht nur einmal überlegte, ob er sich nach einem Absacker im „Rockstüble“ im Untergeschoss nicht doch einmal ein Feldbett in einen der Räume stellen sollte. So treu, dass er heute, mit 27 Jahren, sich gerne von den beiden Geschäftsführern der Stadtjugendring Betriebs gGmbH, Alison Bussey und Rainer Hopfgarten, sowie dem Leiter des Hauses der Jugend, Bart Dewijze, überzeugen ließ, als „Spendenbotschafter“ zu fungieren.

Man weiß: Das hat Esmer drauf – er hat es mit seinen Kollegen im damaligen Jugendgemeinderat bewiesen. Denn dieses Gremium, darauf legt er Wert, und nicht etwa eine Fraktion im Erwachsenen-Gemeinderat, sei auf die Idee gekommen, Fördergelder beim Bund zu beantragen: 2,7 Millionen Euro von den um über 20 Prozent auf rund vier Millionen Euro gestiegenen Umbaukosten.

Nach mehreren Verschiebungen – und damit verbundenen Enttäuschungen für die vor drei Jahren in die ehemalige Fabrikhalle der Firma Dettinger ausgewichenen Jugendlichen – liegen die Handwerker in den letzten Zügen, lässt sich trotz von den Decken baumelnder Kabel, Schutzfolien auf Böden und über Heizkörpern, Farbeimern und provisorischer Holztreppen erahnen, dass es tatsächlich ernst wird: In der letzten Oktoberwoche können die Jugendlichen um Dewijze ranklotzen und umziehen.

Am 18. November wird das umgebaute und ertüchtigte Vorzeigeobjekt der stationären Jugendarbeit in Pforzheim mit einem Festakt eröffnet – eine Woche später ist die eigentliche Zielgruppe dran.

Und hier kommt Esad Esmer ins Spiel: Zwar stellt die Stadt die Einrichtung (und stockte nach zähen Diskussionen den Personalstamm der pädagogischen Fachkräfte um zwei auf jetzt fünf auf), doch Tische, Stühle, Schränke, Computer, Drucker, Bildschirme, Telefone, Küchengeräte, Werkbänke oder Spielgeräte müssen irgendwie organisiert werden. Auf 70- bis 80.000 Euro schätzt Rainer Hopfgarten das benötigte Volumen der Anschaffungen. Emer gibt sich sicher, mit seinen Mitstreitern die Summe akquirieren zu können.

„Aber selbst wenn wir das tollste Haus hätten mit der tollsten Ausstattung – das wäre nichts ohne die tollsten Betreuer, die man sich vorstellen kann“, sagt Esmer. Das war vor 20 Jahren so – und das soll so bleiben.

Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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