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Beispiel für stilvolles Design und Handwerkskunst: Neu-Gesellin Magdalene Hartmann mit Lehrherr Andreas Eberwein an ihrem Gesellenstück. Foto: Tilo Keller
Beispiel für stilvolles Design und Handwerkskunst: Neu-Gesellin Magdalene Hartmann mit Lehrherr Andreas Eberwein an ihrem Gesellenstück. Foto: Tilo Keller
07.09.2016

Haus des Handwerks zeigt ausgezeichnete Gesellenstücke der Schreiner-Innung

Traditionelle Handwerkskunst ist die beste Basis, um zeitlose und moderne Möbelstücke herzustellen. Die Ausstellung der aktuellen Gesellenstücke der SchreinerInnung Pforzheim-Enzkreis zeigt das auf eindrucksvolle Weise.

Ein grober Holzbalken, der hinterleuchtet wie ein Objekt wirkt, wird umrahmt von drei schlichten Wandschränken. „Mir war wichtig, den alten Holzbalken mit aufzunehmen“, sagt Junggesellin Magdalene Hartmann über den alten Eichenbalken aus einem Gebäude. Dazu hat sie dreiteilige, schlichte Wandmöbel arrangiert und bei den Schubladen das Thema Eichenholz wieder aufgegriffen. Gegenüber diesem Gesellenstück steht die Flötenvitrine in Kirschbaum von Sanja Aydt. Das Möbelstück gibt den Blick auf das Instrument frei und kann zugleich als Notenständer genutzt werden. Insgesamt acht Gesellenstücke sowie einige Arbeiten von Schülern der Alfons-Kern-Schule sind in der Ausstellung zu sehen.

Am Eröffnungsabend, umrahmt von filigraner Klaviermusik durch Lisa-Marie Quitschke, sind die besten Gesellenstücke mit Buchpreisen vom Regierungspräsidium Karlsruhe belohnt worden. Reinhard Engel, Obermeister der Schreiner-Innung, freut sich, mehr als 50 Besucher begrüßen zu können. „Wer heute einen Schreiner beauftragt, der möchte Individualität und handwerkliche Qualität – Wertarbeit eben, die lange hält“, sagt Kreishandwerksmeister Rolf Nagel. „Schreiner sind nicht nur Handwerker, sondern immer mehr auch wahre Künstler, die es verstehen, Traditionelles mit Modernem zu verbinden.“ In der Ausstellung macht er sowohl kreative Gesellenstücke aus, in die viele eigene Ideen eingeflossen seien und bei denen großer Wert auf Details gelegt worden sei, als auch eher schlichte Arbeiten, die sich auf das Wesentliche beschränkten und bei denen das Handwerkliche im Vordergrund stehe.

Hohe Qualität der Ausbildung

„Alle haben eines gemeinsam: Sie dokumentieren den Abschluss einer dreijährigen Ausbildung“, so Nagel. „Damit wird auch in der Öffentlichkeit die Qualität der Ausbildung deutlich“, sagt Ulrich Jäger, Leiter der Alfons-Kern-Schule. „Die Objekte zeigen, dass sich unsere Auszubildenden in ihrer Kreativität voll ins Zeug gelegt haben.“ Werner Lerch, Leiter des Ausstellungsbereichs, begrüßt die Gäste im Namen des Regierungspräsidiums, bevor er die Buchpreise aushändigt. Sanja Aydt, die bei Felix Beigel in Wurmberg in die Lehre gegangen ist und Finn-Jacob Schmidt, der bei Ulrich Burkhardt in Schömberg gelernt hat, bekommen den Preis für „Gute Form“ überreicht. Für die Bewertung der Gesellenstücke mit der Bestnote 1,3 wird sowohl Sanja Aydt als auch Magdalene Hartmann, die bei A. Eberwein in Wiernsheim gelernt hat, ausgezeichnet.

Die Ausstellung ist bis zum 24. September während der Öffnungszeiten im Haus des Handwerks, Wilferdinger Straße 6, zu sehen. Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr, Freitag von 10 bis 16 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr.