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Angelika Spielmann und das Ehepaar Günter und Isolde Strohmaier (von links) servieren ehramtlich das Festessen. Foto: Eickhoff
Angelika Spielmann und das Ehepaar Günter und Isolde Strohmaier (von links) servieren ehramtlich das Festessen. Foto: Eickhoff
26.12.2017

Heiligabend der Diakonie verzeichnet so viele Gäste wie seit Jahren nicht mehr

Pforzheim. Es ist nicht der gewohnte Heiligabend für Angelika Spielmann und Isolde und Günter Strohmaier im Kreise von Familie und Freunden. Denn alle drei tragen persönlich zum ersten Mal ehrenamtlich dazu bei, dass das offene Weihnachtsfest „Gemeinsam statt einsam“ am 24. Dezember für viele einsamen Menschen ein Heiligabend der besonderen Art wird.

Seit mehr als 50 Jahren gibt es die Veranstaltung, seit 2007 findet sie im Hermann-Maas-Haus statt. Sie bietet einsamen oder in Not geratenen Menschen ein geselliges Miteinander in weihnachtlicher Atmosphäre.

Der Weihnachtsbaum ist geschmückt und die Tische sind festlich gedeckt. Innerhalb kürzester Zeit sind beide Säle voll. Eröffnet wird der weihnachtliche Abend mit einer Andacht von Dekanin Christiane Quincke, die mit einem Gedicht von Berthold Brecht, der Weihnachtsgeschichte und fünf bekannten Weihnachtsliedern eine besinnliche Stimmung schafft. „So viele Gäste wie an diesem Heiligabend hatten wir die letzten Jahre nie“, bekräftigt Diakonie-Geschäftsführerin Sabine Jost, die bei den knapp 200 Besuchern und 50 Helfern den Überblick behält. Nachdem Salat, panierte Schnitzel mit Kartoffelsalat und ein Lebkuchenmousse serviert werden, dürfen sich die Besucher über eine Lebensmitteltüte als Weihnachtsgeschenk freuen.

„Der heutige Abend ist eine große Bereicherung für unser Leben“, sagt Günter Strohmaier. „Wir erleben Weihnachten einmal aus einer anderen Sicht, die sehr erfüllend für uns ist und wir nicht mehr missen wollen“, ergänzt seine Frau Isolde. Viele Stammgäste darf das Hermann-Maas-Haus an Heiligabend schon seit Jahren in seinen Räumen begrüßen. „Viele wissen schon genau, wo ihr Stammplatz ist und steuern nach dem Einlass genau darauf zu“, erzählt Angelika Spielmann schmunzelnd.

Viel mehr als nur ein Essen

„Wir sind in erster Linie nicht für das Servieren der Mahlzeiten hier, das läuft nebenher. Wir möchten für die Besucher da sein, ihnen zuhören – das ist in meinen Augen am wichtigsten an so einem Abend“, so Spielmann.

So wie Ehepaar Strohmaier und Angelika Spielmann war vielen klar, als sie den Aufruf in der „Pforzheimer Zeitung“ nach Ehrenamtlichen lasen, dass sie mithelfen wollen. „Nach unserem Aufruf haben sich 20 neue Helfer bei uns gemeldet“, sagt Jost. „Ich würde mir wünschen, dass wir das Weihnachtsfest die nächsten Jahre weiterhin durchführen können und damit diejenigen erreichen, die sonst an Heiligabend alleine zu Hause sein werden.“