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Für die Dreharbeiten zu Blaulicht-TV ist PZ-Redakteurin Carolin Weiß in einen brennenden Container gegangen. © PZ-Archiv, Ketterl
27.11.2012

Heiß und dunkel: 15 Minuten Angst im Brandcontainer

600 Grad Celsius, beißender Rauch und absolute Dunkelheit, dazu eine fast 20 Kilogramm schwere Ausrüstung - meine für Blaulicht-TV absolvierte Übungsstunde in einem brennenden Container der Feuerwehr wird mir immer in schlimmer Erinnerung bleiben.

Bildergalerie: 14 Tote bei Brand in Behindertenwerkstatt - 1

Ich habe Angst – und das obwohl vor und hinter mir jeweils ein Feuerwehrmann mit mir durch die Hölle kriecht. Als ich die Bilder der Brandkatastrophe von Titisee-Neustadt gesehen habe, konnte ich ungefähr ahnen, was die vor den Flammen und Rauch flüchtenden Menschen in der Behindertenwerkstatt empfunden haben könnten.

Und ich hatte im Gegensatz zu den rund 120 Behinderten und Betreuern eine komplette Schutzausrüstung bei meinem 15-minütigen Ausflug in die Brandhölle. Mit jeder Sekunde wurde es wärmer, der Schweiß floss in Strömen. Fortbewegen war nur kriechend möglich, denn beim aufrechten Gang wurde es noch viel heißer. Während die Feuerwehrleute im Container diverse Übungen machten, war ich froh, als die Tür endlich geöffnet wurde und ich dieses flammende Inferno verlassen konnte.

So einfach ist es in einem realen Brandfall natürlich nicht, die Gefahrenzone zu verlassen. Dabei sind nicht primär die Flammen tödlich, sondern der Rauch. Vergiftungen mit Rauchgas sind die häufigste Todesursache bei Bränden. Schon nach wenigen Minuten in einem verrauchten Raum bricht der Kreislauf zusammen und das Herz steht still. Für Einsatzkräfte wie die in Titisee-Neustadt, die am Montag die 120 Menschen aus der brennenden Werkstatt holen mussten, bedeutet das Wissen um die tödliche Gefahr des Rauches ein enormer Stress. Nur schnelles Handeln kann Leben retten.

Wenn man in einem verrauchten Raum eingeschlossen ist, sollte man folgende wichtige Verhaltensregeln der Feuerwehr beachten: Die Tür zum Brandherd sowie Fenster des brennenden Raumes schließen und mit feuchten Tüchern abdichten. Wenn möglich, der Feuerwehr Name, Adresse, Brandort und Brandursache mitteilen und sich am Fenster bemerkbar machen. Bei Rauchentwicklung im Raum auf den Boden legen und flach atmen. Auf keinen Fall in Schränken oder anderem verstecken. Auf dem Boden in gebückter Haltung versuchen, das Fenster zu erreichen, um Frischluft atmen zu können und dort auf Rettung warten. Carolin Weiß

Bildergalerie: 14 Tote bei Brand in Behindertenwerkstatt - 2