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25.11.2008

Heizpilze unerwünscht: Stadt verbietet Wärmegeräte

PFORZHEIM. Jetzt in der kühleren Jahreszeit sprießen sie normalerweise – bildlich gesehen – aus den Gehwegen: die Heizpilze. In Pforzheim waren sie vermehrt aufgestellt worden, nachdem in Gaststätten das Rauchen verboten worden war und im Freien gequalmt werden muss.

Doch diese Wärmequellen gelten als „Klima-Killer“, weil sie verhältnismäßig viel Gas verbrauchen und daher große Mengen an CO2 ausstoßen. Aus diesem Grund wurden die Heizpilze ebenso wie energiefressende Heizstrahler von der Stadt Pforzheim auf öffentlichen Flächen verboten.
Dies geschah bereits im Juli mit den neuen „Richtlinien über die Erteilung von Sondernutzungserlaubnissen“. Jetzt hat das Amt für Umweltschutz rund 400 Pforzheimer Gastronomiebetriebe angeschrieben und gleichzeitig ein Faltblatt „Heizpilz – Nein Danke“ beigelegt, das über die Problematik informiert. Unter anderem wird darauf verwiesen, dass ein Heizpilz pro Saison ebenso viel klimaschädliche Co2-Emmissionen ausstößt wie ein Einfamilienhaus pro Heizperiode oder ein Auto der Mittelklasse auf 10 000 Kilometer.
Aus diesem Grund appelliert der Leiter des Umweltamts, Markus Haller, dass auf Außenheizungen auch auf privaten Flächen verzichtet wird, egal ob sie von Gastwirten oder im privaten Bereich genutzt werden. „Wir würden uns darüber freuen“, merkt er in dem Schreiben an.
Darüber zu wachen, dass keine mit Gas oder Strom betriebenen Außenheizungen auf öffentlichen Flächen (wie Gehwegen und Plätzen) zum Einsatz kommen, hat das Amt für öffentliche Ordnung. Dessen stellvertretender Leiter, Wolfgang Raff, verwies auf Anfrage der PZ darauf, dass das Verbot beispielsweise auch in den jeweiligen Imbissbereichen auf dem Weihnachtsmarkt gilt. Die Marktverwaltung habe dies in die entsprechenden Verträge mit aufgenommen.
Und wenn die Heizpilze unter einem Zelt stehen? Das ist gleich doppelt verboten, denn nach den städtischen Richtlinien dürfen auch keine Gastro-Zelte auf öffentlichen Flächen aufgestellt werden.
Raff verweist weiter darauf, dass das Verbot wie alle Ordnungswidrigkeiten durch Polizei- und Gemeindevollzugsdienst überwacht wird. Die Stadt werde im Einzelfall Bußgelder von 100 Euro an aufwärts festsetzen.