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„Ich sehe keinen Kultur-träger, der über Jahre hinweg diesen Aufwand hätte betreiben können.“ 

Helfer für „Goldstadt 250“-Jubiläum gesucht

PZ-Interview mit Alexander Weber vom „Goldstadt 250“-Team zum Einsatz von ehrenamtlichen Helfern im Jubiläumsjahr.

PZ: Beim ersten Treffen war die Resonanz verhalten. Wie wurden die „Titanick“-Workshops für die Parade am 28. und 29. Juli denn nun beim zweiten Mal angenommen?

Alexander Weber: Inzwischen sind 20 Einzelpersonen für die Teilnahme an der Produktion angemeldet. Allerdings sind nicht immer alle bei den einzelnen Terminen dabei. Geplant hatten wir ursprünglich mit 40 bis 50 Einzelpersonen. Wir suchen also weiter nach freiwilligen Darstellern.

Warum ist es so schwierig, Freiwillige zu finden?

Wir haben im vergangenen Jahr mit der Akquise begonnen, da wollten sich viele noch nicht bis Juli festlegen. Nun sind einige bereits mitten in den Proben für andere Veranstaltungen. Es ist schwer den richtigen Zeitpunkt für das Anwerben zu finden. Das Gute: Die Musik- und Tanzgruppen, die wir bereits gewinnen konnten, machen schon allein fast 100 Leute aus. Und sie bringen das nötige Know-how mit. Unser Ziel ist es, am Ende 150 Laien und Amateure als Mitwirkende bei der Parade dabei zu haben.

Und wenn es nicht mehr werden – gibt es eine Notlösung?

Die Teilnehmer aus den Gruppen können sicherlich an mehreren Schauplätzen mitwirken. Sie sind ja für die Auftritte ohnehin gebunden. Allerdings sind die Vorbereitungen einfacher, wenn die einzelnen Szenen getrennt geprobt werden können. Je mehr Leute mitmachen, desto geringer ist der Aufwand für jeden Einzelnen.

400 000 Euro umfasst der Etat für den „Goldrausch“. Was macht das Ganze denn so teuer?

Das Projekt brauchte einen ordentlichen Vorlauf, „Titanick“ steckt bereits seit 2013 in den Planungen. Schließlich wollte man für das Jubiläumsfestival keine bestehende Produktion einkaufen, sondern etwas Spezielles zum Jubiläum entwickeln. Das heißt, zunächst musste das Team sich mit der Pforzheimer Geschichte vertraut machen. Für die Umsetzung braucht es neben einem professionellen Ensemble aufwendige Bühnenbauten, mobile Wagen, Pyrotechnik, sehr aufwendige Technik, Kostüme und Requisiten. Hinzu kommen die Honorare für Musik- und Theaterpädagogen, es braucht ein Sicherheitskonzept und eine geregelte Verkehrsplanung. Schon alleine dafür gehen Zehntausende drauf, ohne dass der Zuschauer überhaupt eine Sekunde von der Produktion gesehen hat. Wir sind sehr froh, dass über zwei Drittel der Kosten durch Sponsoren wie die Werner-Wild-Stiftung und die Firma Witzenmann getragen werden.

Hätte man eine hiesige Kultureinrichtung günstiger damit beauftragen können?

Ich sehe keinen Kulturträger, der über Jahre hinweg diesen Aufwand hätte betreiben können. Auch organisatorisch und logistisch besteht ein großer Bedarf. Auch hier sehe ich keinen lokalen Träger, der dies mit eigenen Kräften stemmen könnte. Zudem muss man sehen, dass alle ihre eigenen Aufgaben und Spielzeiten bewältigen müssen. Unsere Anfragen bei den großen Institutionen waren genau aus diesen Gründen nicht erfolgreich. Von den kleineren Kulturinitiativen ist dies ebenfalls nicht leistbar, jedenfalls hat sich bei uns niemand gemeldet, der dies übernehmen oder bei der Realisierung helfen wollte.

Wofür werden im Jubiläumsjahr weitere Helfer gebraucht?

Insbesondere an den Wochenenden, an denen viele Veranstaltungen stattfinden, brauchen wir Helfer. Sei es, um Künstler zu betreuen, Spenden zu sammeln, für den Auf- und Abbau oder Straßensperren. Wir können im Moment auf einen Pool von 60 Leuten zurückgreifen. Daneben bietet auch unser „Pop-up-Café“ ab Anfang April die Gelegenheit, mitzuhelfen.

Wo melden sich Interessierte?

Unsere Mitarbeiterin Sarah Böhmler übernimmt die Koordination. Freiwillige melden sich telefonisch unter (0 72 31) 39 39 33 oder per E-Mail an info@goldstadt250.de bei ihr. Wer noch bei den Proben für den „Goldrausch“ teilnehmen möchte, hat am Wochenende vom 7. bis zum 9. April die Möglichkeit. Die Endprobenphase findet dann im Juli statt.