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Hella Marquardt verzichtet auf Kandidatur.
Hella Marquardt verzichtet auf Kandidatur © Seibel
07.06.2011

Hella Marquardt verzichtet auf Kandidatur

PFORZHEIM. Die langjährige Stadträtin Hella Marquardt hat sich entschlossen, für eine Position im Jugendhilfeausschuss des Pforzheimer Gemeinderats nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

„Mir fiel die Entscheidung wahrlich nicht leicht, weil ich nach Bekanntgabe meiner Nominierung durch die Fraktionsgemeinschaft viel Zuspruch und Unterstützung von den Menschen unserer Stadt erhalten habe, mich doch wieder politisch in der Gremienarbeit zu engagieren und ich niemanden mit meinem Rückzug zum jetzigen Zeitpunkt enttäuschen möchte“, erklärte die 74-jährige Trägerin des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse. Sie betonte, dass sie nach wie vor auf außerparlamentarischer Ebene Ansprechpartnerin der Schwächeren und Ausgegrenzten der Stadt bleiben und für sie eintreten werde, was ihr die positive Resonanz in letzter Zeit noch einmal gezeigt habe.
Die Entwicklung in den vergangenen Wochen mit dem fehlenden Einverständnis im Gemeinderat und der Aussicht, dass möglicherweise eine Kampfabstimmung über die gesamte Neubesetzung im Jugendhilfeausschuss und ihre Berufung entscheiden könnte, habe Hella Marquardt verdeutlicht, dass ihre Rückkehr von einigen Personen des Gemeinderats nicht gewollt war. Sie persönliche habe sich sowohl in ihrer politischen Laufbahn als auch außerparlamentarisch nie in den Vordergrund gedrängt, sondern stets das Wohl anderer im Blick gehabt. Daher sei es nur folgerichtig, wenn sie dem Gemeinderat einen möglichen Wahlmarathon nur Ihrer Person wegen erspare und damit zum Wohle des gemeinderätlichen Friedens beitrage. „Meine bisherige Arbeit habe ich immer mit viel Freude und Überzeugung gemacht. Sehr gerne hätte ich die Arbeit des leider viel zu früh verstorbenen Dr. Hager im Jugendhilfeausschuss fortgesetzt. Da hätte es aber nicht gepasst, wenn mein möglicher Neubeginn unter solchen schwierigen. Umständen begonnen hätte“, sagt Marquardt.
Dr. Tobias Krammerbauer von den Unabhängigen Bürgern (UB) zeigte sich zwar enttäuscht, kann aber den Entschluss Hella Marquardt zum jetzigen Zeitpunkt nachvollziehen. „Ich respektiere die Entscheidung von Frau Marquardt und zolle ihr großen Respekt für diesen Schritt, auch wenn ich es persönlich natürlich sehr bedauerte, künftig nicht an ihrer Seite Jugend- und Sozialpolitik machen zu können“, so Krammerbauer. Es sei schade, wenn der Gemeinderat wegen einiger Weniger auf ihre Kompetenz und ihre Erfahrung in diesem Ausschuss verzichten müsse, sagt Krammerbauer, der hofft, dass Hella Marquardt für ihn selbst weiterhin eine verlässliche Ansprechpartnerin in sozialen Fragen bleiben wird.

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