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Sie bekriegen sich, stechen mit Messern zu, schießen mit scharfen Waffen aufeinander, aber auf den Webseiten von Hells Angels und United Tribuns ist davon nichts zu lesen. © dpa
08.02.2011

Hells Angels und United Tribuns im Netz: Kein Wort vom Türsteher-Krieg

PFORZHEIM. Eine Maschinenpistole mit Schalldämpfer und Munition hat die Polizei jüngst bei einer Razzia gegen die United Tribuns sichergestellt. Auch bei den Hells Angels in Pforzheim wurde die Polizei vor zwei Monaten fündig und stellte neun scharfe Schusswaffen sicher. Zuvor war es Ende November zu einer Auseinandersetzung mit Baseballschlägern, Messern und einem Revolver zwischen United Tribuns und Hells Angels am Pforzheimer Güterbahnhof gekommen. PZ-news hat sich auf den Webseiten beider Vereinigungen umgesehen, nach Stellungnahmen gesucht und interessante Entdeckungen gemacht.

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Bildergalerie: Die Waffen der Hells Angels

Während die Hells Angels im Internet sehr aktiv sind, findet man von den United Tribuns kaum etwas. Begriffe wie „Türsteher-Krieg“ oder „Razzia“ tauchen auf keiner Internetseite auf.

Die Hells Angels Deutschland treten in ihrem Webseiten-Intro ziemlich selbstbewusst auf: „One for all – all for one. The world is ours“ (Einer für alle – alle für einen. Die Welt gehört uns.). Das Pforzheimer Hells Angels Chapter Borderland geht noch einen Schritt weiter: „The World Is Not Enough“ (Die Welt ist nicht genug) prangt in großen Lettern auf der Startseite des Internetauftritts.

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Außerdem haben die Hells Angels eine Initiative gestartet mit dem Slogen „It's Time To Fight For Your Right Now“ („Es ist Zeit, für dein Recht zu kämpfen – jetzt!“). Schließlich seien „Regierung und Behörden [...] mit ihrer Gier, alles und jeden kontrollieren zu wollen scheinbar noch lange nicht am Ende. [...] Es ist Aufgabe und Pflicht eines jeden Demokraten, solchen totalitären Tendenzen entgegenzuwirken, freiheitsfeindliche Winkelzüge der Regierung aufzudecken und die Heucheleien von machtgierigen Politikern und Beamten zu entlarven“.

Seitenwechsel. „Wir schützen uns nur selber“, erklären die United Tribuns Rottweil auf ihrer Webseite und betonen diese Aussage durch zwei Ausrufezeichen. Weiter schreiben sie über sich: „Wir haben eine strenge Hierarchie, dies fordert Respekt, Disziplin, Loyalität und Herzblut.“

United Tribuns seien „keine Rocker oder Biker oder Schläger“ sondern eine Bruderschaft und Vereinigung aus Kampfsportlern, Türstehern und jahrelanger Freunde. „Wir sind unter uns und wollen uns nicht profilieren an jeglichen kriminellen Geschäften oder illegalen Handlungen“, erklären die United Tribuns aus Rottweil weiter.

Zu den Geschehnissen in Pforzheim nimmt lediglich ein Schreiber von „Rocker-Blog.de“ Stellung. In seinem Eintrag bezieht er sich auf eine Aussage von Oberstaatsanwalt Christoph Reichert gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“: „Nach wie vor werde in alle Richtungen ermittelt, auch wenn Vermutungen über Auseinandersetzungen im Türsteher- oder Rockermilieu eine gewisse Plausibilität hätten.”. Der anonyme Blogschreiber äußert sich dazu: „Natürlich ist dies nicht plausibel, Herr Oberstaatsanwalt. Plausibel ist einzig, dass Rocker herhalten müssen, wenn ihr einen hohen Grad von Ahnungslosigkeit habt und Ermittlungen ins Nirvana abzurutschen drohen.“ Ramona Deeg

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