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Um einen Blick in den Pforzheimer Gerichtssaal, in dem der Prozess gegen mehrere Hells Angels stattfindet, werfen zu können, muss man erst diverse Kontrollen über sich ergehen lassen. © PZ
Einlasskontrollen vor dem Prozess gegen Hells Angels in Pforzheim: Der erste Verhandlungstag war nach einer Stunde schon beendet. Die Verhandlung wurde auf Mittwoch vertagt. © PZ
07.01.2013

Hells Angels verweigern Auskünfte vor Gericht

Nach nicht einmal einer Stunde Verhandlungsdauer ist am Montag der erste Tag im Prozess gegen zehn Mitglieder und Sympathisanten der Hells Angels in Pforzheim zu Ende gegangen. Nachdem keiner der Angeklagten Angaben zur Person und zur Sache machen wollte, verlegte der Vorsitzende Richter die Fortsetzung des Prozesses auf diesen Mittwoch.

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Zuvor hatten einige Verteidiger es auch abgelehnt, die Vernehmung von Zeugen vorzuziehen. Die Anwälte der Männer hatten bereits kurz vor Prozessbeginn angedeutet, dass ihre Mandanten nicht aussagen wollten.

«Ich bin nur zufällig hier», beschied einer der Angeklagten vor der Verhandlung salopp, bevor er sich auf die Anklagebank setzte. Vor dem Gerichtssaal begrüßten sich die Rocker mit Handschlag; im Zuschauersaal hatten neben Freunden der Angeklagten auch ein Dutzend uniformierte Polizisten Platz genommen. Insgesamt waren nach Angaben des Einsatzleiters rund 40 Beamte vor Ort, die den Prozess begleiten sollen. Vor Einlass wurde umfassend kontrolliert.

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Die Männer müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch und Bildung bewaffneter Gruppen verantworten. Sie sollen vor zwei Jahren die Türstehervereinigung United Tribuns angegriffen haben. Dabei lauerten sie auf einem Parkplatz eines Pforzheimer Einkaufszentrums den Tribuns auf, provozierten sie und demolierten die Autos der Türsteher. Danach kam es zu einer Schlägerei mit drei Schwerverletzten und mehreren Leichtverletzten. Unter anderem sollen die Angels mit einem Hammer und Steinen geworfen, mit einer Machete zugeschlagen und einem Revolver geschossen haben.

Auslöser für die Prügelei, die von der Polizei beendet werden musste, waren telefonische Beschimpfungen zwischen den Gruppierungen gewesen. Der Vizechef der Pforzheimer Angels war wegen der Ereignisse bereits im Juli 2011 in einem gesonderten Verfahren verurteilt worden. Er musste wegen gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes drei Jahre und drei Monate in Haft. Auch er hatte den ganzen Prozess über geschwiegen.

Bei den nun angeklagten, aus Landau sowie Pforzheim und Umgebung stammenden Männern waren bei Hausdurchsuchungen sowie nach der Massenschlägerei 2010 verschiedene Pistolen, Schlagringe, Schlagstöcke sowie Gas- und Schreckwaffen sichergestellt worden. Die Rocker sind zum Teil bereits vorbestraft oder befinden sich wegen anderer Delikte noch in der Bewährungszeit.

Vom Ausgang des Verfahrens sowie einer weiteren Verhandlung gegen zwei Rocker wegen versuchter Erpressung im bayerischen Traunstein macht der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) seine Entscheidung über das Verbot der Gruppe abhängig. Die beiden Angeklagten sollen dem inzwischen verbotenen Charter Borderland angehören. Dies ist quasi der Pforzheimer Ortsverein der Hells Angels. Den Sofortvollzug des Verbots hatte der VGH bereits bestätigt, die Hauptverhandlung wurde mit Blick auf die anstehenden Verfahren ausgesetzt.