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Bandenmitglieder schweigen sich vor Gericht aus.
Bandenmitglieder schweigen sich vor Gericht aus. © Symbolbild PZ
17.08.2011

Hells vs. Tribuns: Verhandlung über Schlägerei

PFORZHEIM. Unklar ist, was an einem Dezemberabend voreinem Dönerladen in der Pforzheimer Au passiert ist. Geht es nach Staatsanwalt Marco Mayer, hat der damalige Chef der Türsteher-Clique "United Tribuns" einen Unterstützer der Rocker-Gruppe "Hells Angels" mit dem Tode bedroht und ihm mehrere Faustschläge ins Gesicht verpasst. Seit Mittwoch wird darüber vor dem Pforzheimer Amtsgericht verhandelt.

Der "Tribuns"-Chef äußert sich nicht. Ebenso wenig wie der "Hells Angels"-Supporter. Doch auf dessen Strafanzeige fußte die Anklage. Ursprünglich hatte das Ganze mit einem Strafbefehl über 3600 Euro enden sollen, doch der "Tribun" legte Widerspruch ein. Einer, der damals dabei war, entlastet den "Tribun": Nicht der habe das Opfer geschlagen sondern das Opfer habe sich von einem weiteren Mann schlagen lassen, um die Tat dem rivalisierenden "Tribun" in die Schuhe zu schieben.

Der Konflikt zwischen den "Hells Angels" und den "United Tribuns" war einen Monat vor dem Vorfall eskaliert. Bei einer Schlägerei auf dem Netto-Parkplatz in der Nordstadt waren Mitglieder beider Gruppierungen aufeinander losgegangen. Drei Personen wurden schwer verletzt, darunter besagter "Tribun"-Chef. Der soll aber auch einem Supporter der "Hells Angels" mit einer Schreckschusspistole knapp unter das Auge geschossen haben. Der Vize-Chef der "Hells" war als Beteiligter der Massenschlägerei vor einigen Monaten zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Licht in den aktuellen Prozess sollen zwei weitere Zeugenaussagen bringen. Die Verhandlung wird am 5. September fortgesetzt. ol