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Das Lutherhaus am Schloßberg hat die Michaelsgemeinde von der Stadt zurückgemietet – bis voraussichtlich 2020 an der Rennfeldstraße das neue Innenstadtzentrum bezugsfertig ist Foto: Ketterl
Das Lutherhaus am Schloßberg hat die Michaelsgemeinde von der Stadt zurückgemietet – bis voraussichtlich 2020 an der Rennfeldstraße das neue Innenstadtzentrum bezugsfertig ist Foto: Ketterl
08.11.2016

Herausforderung für evangelische Kirche: beispiellose Reform kommt

Pforzheim. Rechnet sich die Stelle? Muss die evangelische Kirche nicht sparen? Unwillkürlich fragt sich dies, wer die Stellenanzeige der evangelischen Kirchenverwaltung in Pforzheim liest: Projektassistent in Vollzeit, männlich oder weiblich, befristet auf drei Jahre, mit der Option auf Verlängerung. Claudia Becker, frühere Gemeindediakonin und seit kurzem zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Landeskirche in Pforzheim, zeigt sich optimistisch: „aus finanzieller Sicht auf jeden Fall“. Der Strukturprozess, den die Kirche eingeleitet habe und den der Projektassistent begleiten soll, werde „nach unseren Berechnungen mittelfristig unseren Haushalt aus dem Defizit holen“, so Becker.

Die Probleme, denen sich die Kirche stellen muss, sind mannigfaltig: der demografische Wandel in der Mitgliederentwicklung, das Nachlassen der traditionellen Bindung zur Landeskirche, auf lange Sicht ein massiver Rückgang der Kirchensteuermittel (der nur dank der guten Konjunktur noch ausgeblieben ist), geänderte Bedürfnisse der Gläubigen – doch der Hauptgrund für das Haushaltsdefizit der Evangelischen Kirche ist die große Anzahl von Gebäuden. Zu viel, zu groß, sanierungsbedürftige Energiefresser, nicht barrierefrei, technisch veraltet, Klötze am Bein. Die augenfälligste Neu-Investition erfolgt an der Rennfeldstraße: Dort, wo jetzt noch das Pfarr- und das Gemeindehaus der Stadtkirche ist, entsteht bis 2020 das neue Innenstadtgemeindezentrum für die Altstadt-, Michaels- und Stadtkirchengemeinde sowie für die Kirchenmusik, die evangelische Kirchenverwaltung, die Diakonischen Werke Stadt und Land, das Dekanat und Schuldekanat samt Medienstelle.

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