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Symbolbild: Schaf an Auto fest gebunden - Tierquäler zu mehr als drei Jahren Jugendstrafe verurteilt
Schaf an Auto fest gebunden: Tierquäler zu mehr als drei Jahren Jugendstrafe verurteilt © Symbolbild dpa
30.06.2011

Heroinhandel: Haft für 50-Jährigen

PFORZHEIM. Telefonate über Fliesen, die nicht schmecken und eine unter dem Bett gefundene halbautomatische Kurzwaffe mit Munition bringen einen 50-jährigen Angeklagten für zweieinhalb Jahre hinter Gittern. Mit diesem Urteil folgte das Schöffengericht unter Vorsitz von Karl-Michael Walz dem Antrag der Staatsanwaltschaft; die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, dass er sich im Spätjahr 2010 Kokain beschafft habe, um es anschließend zum Preis von 60 Euro je Gramm weiterzuverkaufen. Mit seinen Abnehmern hat sich der 50-Jährige telefonisch verabredet und über als Synonyme für Kokain Fliesen und Kleber verwendet.

Der Erste Staatsanwalt Marco Mayer führte in seinem Plädoyer aus, dass man solche Verschlüsselungen verwende, damit nur Eingeweihte den Inhalt des Gespräches verstehen. Die Begriffe Fliesen und Kleber seien bei den überwachten Telefonaten unvermittelt gefallen und nicht in ein Handwerksgespräch eingebunden gewesen. Diese Begründung tat Anwalt Rene Graf von Berckheim als „dumme Ermittlungsfehler ab“. Es hätte sich in allen Punkten um Gespräche im Baugeschäft statt um Kokain gehandelt. Drei Zeugen, die er nach Überzeugung des Gerichts belieferte, wollten sich an die Telefonate nicht mehr erinnern und bestritten, Kokaingeschäfte mit dem Angeklagten getätigt zu haben. Ihnen drohen jetzt Anzeigen wegen uneindlicher Falschaussage. de

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