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Alexander Reusch (links) und Manfred Gerhard Bischoff am so genannten Phantom; hinten links Nadine Hanakam mit Puppe „Karl“ und DRK-Pressesprecherin Daniela Kneis. Foto: Frommer
Alexander Reusch (links) und Manfred Gerhard Bischoff am so genannten Phantom; hinten links Nadine Hanakam mit Puppe „Karl“ und DRK-Pressesprecherin Daniela Kneis. Foto: Frommer
16.09.2018

Herzstillstand: Rotes Kreuz zeigt erste Hilfe im Drogeriemarkt

Pforzheim. Der gefürchtete Herzstillstand ereignet sich in 70 Prozent aller Fälle zu Hause. Daher sind die Erstmaßnahen von Angehörigen oder Nachbarn fürs Überleben der Betroffenen entscheidend. Aus diesem Grund informierte der Kreisverband Pforzheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Freitagnachmittag im Rahmen eines kostenlosen Reanimationstrainings im DM-Drogeriemarkt an der Rastatter Straße 5/1.

Manfred Gerhard Bischoff zählte zu den ersten Interessierten, die sich am „Phantom“ (einem „Dummy“) in die Herzdruckmassage einweisen ließen. Der 67-Jährige will praktisch helfen können, sollte dies einmal notwendig werden. „Drücken Sie den Brustkorb mittig fünf Zentimeter tief ein“, fordert ihn DRK-Mitarbeiter Alexander Reusch auf. „Versuchen Sie das 100 mal pro Minute zu schaffen, so lange Sie irgend können oder bis Ablösung eintrifft.“ Auf die Frage, wie lange bei einer Herzdruckmassage der Wechsel vom Ersthelfer zum Ablösenden dauern darf, hat er eine klare Antwort: „Lassen Sie möglichst keine Unterbrechung zu. Drücken ist wirklich das Entscheidende. Unterstützen Sie mit dem zweiten Handballen den Druck ihrer ersten Hand. Erbricht sich der Bewusstlose, machen Sie die Atemwege frei und drehen ihn in eine stabile Seitenlage.“ Und: „Ja, Rippen können brechen – und das hört sich fürchterlich an. Aber, nur Mut, bei der Reanimation gibt es statistisch nur neun Prozent Verletzungen.“

Anschließend demonstriert sein Kollege Nils Lunig den richtigen Gebrauch eines automatisierten externen Defibrillators (AED). Er versichert: „Auch hier können Sie nichts falsch machen.“ Die sprachgestützte Benutzerführung des Defibrillators macht seine Anwendung tatsächlich ziemlich einfach. Nils Lunig versichert: „Man kann sich keinen Stromschlag zuziehen, da der AED nur bei Herzflimmern auslöst, aber nicht bei einem normalen Puls.“ Felix Stößer, DRK-Notfallsanitäter und Praxis-Anleiter nickt zustimmend.

DRK-Pressesprecherin Daniela Kneis erläutert, weshalb dieses Reanimationstraining noch vor der überregionalen „Woche der Wiederbelebung“ angesetzt wurde. Im Rahmen seiner Aktion „Helfer-Herzen“ suchte der dm-Markt auf der Wilferdinger Höhe nach ehrenamtlichem Engagement, das Förderung verdient. Der DRK-Kreisverband dürfte dabei gute Aussichten haben, denn er spricht mit seinem Programm „Jeder kann helfen“ auch Kinder im Vorschulalter an. Nadine Hanakam vom Ortsverein Eutingen ist sicher, dass auch kleine Kinder die Notrufnummer – 112 – ebenso erlernen können wie alle grundlegenden Schritte, um einem Menschen zu helfen und zu trösten, wem es schlecht geht.