nach oben
Eine ganze Grube voller Unrat heben Klaus Pfreundschuh (vorne) und Oberbürgermeister Gert Hager aus. Foto: Walter
Mit seiner Müllzange sucht René Dantes die Dammstraße ab. Foto: Walter
Gianna Rommel, Olga Grießmayer und Yvonne Riedel (von links) sammeln mit. Foto: Walter
Eine wild entsorgte Matratze finden Michael Staab (links) und Gert Hager. Foto: Walter
06.08.2015

Hilfe für Müllsammler: OB packt an, Stadt bezahlt Entsorgung

Pforzheim. Kopfschütteln bei Künstler René Dantes. Kopfschütteln bei Oberbürgermeister Gert Hager. Kopfschütteln bei Hopfenschlingel-Chefin Olga Grießmayer. „Dafür habe ich null Verständnis“ sagt Hager, als er einen halben Hausstand aus einer Grube an der Dammstraße in der Oststadt geholt hat. Mit seiner Hilfe für die private Initiative „Pforzheim wird sauber und schöner“ will er ein Zeichen setzen – „fürs Anpacken, gegen das Bruddeln“, sagt er. Noch wichtiger für die Gruppe, die sich am Donnerstag zum dritten Mal zum Müllsammeln traf, ist aber ein Versprechen Hagers: Die Kosten für Entsorgung und Material trägt künftig die Stadt.

Bildergalerie: Weg mit dem Dreck: Bürger räumen mit OB Hager die Stadt auf

„Es kann nicht sein, dass Bürger für ihr Engagement auch nur einen Euro zahlen müssen“, sagte Hager. Rund 120 Euro waren es, die Initiator Michael Staab bisher pro Sammlung für das Entsorgen des fremden Unrats aufbringen musste. Kritiker entgegnen, dass die Sauberkeit eigentlich Aufgabe der Stadt wäre. „Das kann die Stadt alleine alles gar nicht schaffen“, räumt Hager ein.

Schon vor zwei Wochen waren die Sammler entlang der Dammstraße unterwegs, schon damals hatten sie den von All Car gesponserten Transporter zur Hälfte gefüllt. Zwei Wochen später dauert es nun nur gut eine Stunde, um ihn fast komplett zu füllen. „So viel Müll – und alles nur, um die fünf Euro für die Deponie zu sparen“, ärgert sich Dantes, als er im Gestrüpp Drucker, Decken, Betten und einen Kindersitz findet. „Ob Vereine, Schulen oder Ehrenamtliche: Insgesamt haben in den vergangenen Jahren rund 2000 Pforzheimer Müll gesammelt“, rechnet Hager vor. „Deswegen werden wir Vertreter aller Gruppen am 21. September ins EMMA einladen, um ,Danke‘ zu sagen.“

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Leserkommentare (0)