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Immer wieder müssen Pforzheimer vergeblich auf den Bus warten.
Immer wieder müssen Pforzheimer vergeblich auf den Bus warten. © Ketterl, Archiv
13.05.2016

Hilfe für Streikgeplagte: Pforzheimer Abiturient entwickelt Online-Tool

Pforzheim. Wie erreichen die Informationen über Bus-Streiks noch schneller die Fahrgäste? Diese Frage stellte sich der Pforzheimer Florian Martens – und entwickelte mit dem Twitter-Account „SVPfeed“ ein Werkzeug, von dem jeder profitieren kann.

Immer wenn auf der Internetseite des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) eine Mitteilung erscheint, lässt der 19-Jährige diese automatisch von einem Dienst auslesen und direkt auf Twitter veröffentlichen. Ein anderer Dienst reagiert, wenn die Meldung von der SVP-Homepage verschwindet, der Streik also vorbei ist – und sendet eine entsprechende Mitteilung an den Twitter-Account. Hilfreich ist dies gerade angesichts der neuen Verdi-Taktik, immer wieder kurzfristig für einige Stunden statt tageweise zu streiken.

Die Idee dazu kam dem Abiturienten der Waldorfschule aus eigener Betroffenheit: Von seinem Zuhause nahe der Uni musste er zu seiner Schule im Rodgebiet gelangen. „Um den Ersatzverkehr zu bekommen, musste ich früher an meiner Haltestelle sein“, erklärt Martens. Doch um zu wissen, dass der reguläre Bus ausfällt, musste er dies erst einmal erfahren – und zwar möglichst zeitsparend. Zudem, so Martens weiter, wolle er mit dem Tool anderen Bürgern helfen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Den Dienst hatte der 19-Jährige, der im Herbst eine Ausbildung zum Fachinformatiker beginnt, in nur zwei Stunden programmiert.

Der Account kann auch direkt über www.twitter.com/SVPfeed angesteuert werden. Nutzer des Messengers Telegram können zudem den Bot @VPEbot starten, um Streik-Nachrichten per Push-Meldung aufs Handy zu bekommen.

Dem Autor dieses Textes können Sie hier auf Twitter folgen.

Mehr zum Busstreik und den Folgen der jüngsten Eskalation lesen Sie am Samstag in der "Pforzheimer Zeitung". Eine Chronik der Busprivatisierung und der Streiks lesen PZ-Plus-Abonnenten hier.