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Zu den Akteuren gehören: Pro familia Landesverband, pro familia Ortsverband Pforzheim, Paritätischer Gesamtverband Baden-Württemberg, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis, Landesverband der Frauenärzte Baden-Württemberg, Ärztekammer Pforzheim-Enzkreis und Diakonie Pforzheim. Foto: Ketterl
Zu den Akteuren gehören: Pro familia Landesverband, pro familia Ortsverband Pforzheim, Paritätischer Gesamtverband Baden-Württemberg, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis, Landesverband der Frauenärzte Baden-Württemberg, Ärztekammer Pforzheim-Enzkreis und Diakonie Pforzheim. Foto: Ketterl
06.03.2019

Hilfe im Schwangerschaftskonflikt

Pforzheim. Zum Weltfrauentag präsentieren der Paritätische Gesamtverband und pro familia Baden-Württemberg einen Zehn-Punkte-Plan zur Wahrung der Rechte der Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Dort sind Maßnahmen für eine gute Beratung, bessere Hilfen und eine sichere und verlässliche medizinische Versorgung vor Ort festgelegt. Der Maßnahmenplan soll auch in Pforzheim umgesetzt werden. Dazu fand am Mittwoch ein Treffen mit lokal und landesweit relevanten Akteuren in der Pforzheimer Schwangerschaftskonfliktberatung statt.

In jedem Stadt- und Landkreis müssen die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs und die freie Wahl der Methode sichergestellt sein, heißt es in dem Papier. Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Frauen fordern die Verbände vom Gesetzgeber, Schutzzonen vor Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen und Arztpraxen verbindlich festzulegen. Vor rund einem Jahr hatte ein kleines Grüppchen vor pro familia in Pforzheim unter dem Motto „40 days for life“ (zu Deutsch: 40 Tage für das Leben) gegen Schwangerschaftsabbrüche protestiert.

„Die im staatlichen Auftrag arbeitenden Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sind Teil des Schutzkonzeptes für das ungeborene Leben. Sie müssen wie die betroffenen Frauen vor Diffamierungen und in ihren Persönlichkeitsgrundrechen geschützt werden. Unsere Forderung gegen eine Versammlung vor Beratungsstellen in Pforzheim und an andern Orten stößt in der Kommunal- und Landespolitik auf breite Unterstützung“, erklärte Edith Münch, Geschäftsführerin vom pro familia Ortsverband Pforzheim.

„Der freie Zugang zu Information gehört zu den höchsten demokratischen Errungenschaften und ist die Grundlage dafür, selbstbestimmt und fundiert Entscheidungen treffen zu können“, erklärte nun Feray Sahin, Bereichsleitung Familie, Kinder und Migration beim Paritätischen Baden-Württemberg.

„Die geplante auf freiwilliger Basis erhobene Adressliste der Bundesärztekammer über Ärzte, Krankenhäuser und Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, ist keine verlässliche Lösung. Eine solche Adressdatei muss länderspezifisch gepflegt und auf Versorgungssicherheit überprüft werden. Nur so können auch Versorgungslücken rechtzeitig erkannt werden“, so Sahin weiter.

Rückgang bei Ärzten

„Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen beobachten, dass immer weniger Ärzte Schwangerschaftsabbrüche vornehmen“, sagte Gudrun Christ, Landesgeschäftsführerin beim pro familia Landesverband. „Derzeit gibt es in Baden-Württemberg nach unseren Kenntnissen nur etwa 60 Ärzte sowie elf Kliniken, an die wir Frauen für einen Abbruch der Schwangerschaft nach der Beratungsregelung verweisen können. Frauen müssen oft weite Wege in Kauf nehmen. Das führt zu zusätzlichen großen Belastungen, denn viele haben Familie“, so Christ.