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04.04.2014

Hinter den Kulissen

Pforzheim. Vor wenigen Wochen saßen wir im Stadttheater Pforzheim ganz oben auf unseren Sitzen und schauten uns die „Bremer Stadtmusikanten“ an. Nun hatten wir, die Kinder der Klasse 4 b der Verbandsschule im Biet in Neuhausen die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit der 220 Menschen zu bekommen, die dort arbeiten.

Begrüßt wurden wir von Frau Rudenstein. Sie ist Theaterpädagogin und hat uns durch die verschiedenen Bereiche geführt und uns dabei interessante Geschichten erzählt.

Sehr spannend fanden wir gleich den ersten Bereich, die Maske. Hier werden die Schauspieler nicht nur geschminkt, es werden auch ganze Masken und Perücken hergestellt. Wir erfuhren, dass Masken aus einer Silikonflüssigkeit geformt werden. Sehr aufwendig ist es, eine Perücke zu knüpfen. Die Haare von den Perücken sind echt, sie stammen meist von Frauen aus Asien, die sie unter anderem aus religiösen Gründen abschneiden und verkaufen.

Der Maskenbildner, der meistens auch eine Friseurausbildung haben muss, knüpft dann die Haare einzeln in ein dünnes Netz und formt eine Frisur. Das braucht viel Zeit, oft bis zu einer ganzen Woche. Manchmal werden die Haare auch gefärbt. Eine Perücke kann bis zu 1500 Euro kosten.

Zwischendurch konnten wir einen Blick auf die Bühne werfen. Es war für uns alle ein tolles Erlebnis, mal dort zu stehen und in die Zuschauerränge zu blicken. Interessant fanden wir, dass es Fernseher gibt, die für die Zuschauer nicht sichtbar sind. Dort sehen die Musiker den Dirigenten, um gemeinsam starten zu können oder den Takt nicht zu verlieren.

Erstaunt waren wir dann von den großen Werkstätten, der Schreinerei, der Schlosserei und auch von der Malerwerkstatt. Während wir dort waren, wurde gerade ein Metallgerüst für ein großes Pferd fertiggestellt. Frau Rudenstein zeigte uns auch Musikinstrumente, die seltsame Töne von sich gaben. Auch in der Schneiderei waren wir zu Gast, dort wird jedes Kostüm passend für den einzelnen Schauspieler in seiner Größe genäht. Die Stoffe werden manchmal im Internet bestellt und sind zum Teil auch teuer, oft werden Stoffe auch gefärbt. Im Fundus hängen unzählige Kleider.

Zum Abschluss erfuhren wir im Proberaum von Frau Rudenstein, dass die Schauspieler ihre Texte rasch und gut lernen müssen und beim Proben kein Textblatt dabei haben dürfen. Sie proben täglich bis zu acht Stunden.

Die Führung durch das Stadttheater Pforzheim hat uns sehr viel Spaß gemacht.

Beim nächsten Theaterbesuch wird es uns sicher bewusster sein, wie viel Arbeit hinter einem einzigen Theaterstück steckt.

 

Klasse 4 b der

Verbandsschule im Biet, Neuhausen