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Historischer Live-Ticker zum 23.2.1945: Sirenen heulen in der Stadt

Am 23. Februar 2017 jährt sich die Zerstörung Pforzheims zum 72. Mal. Aus diesem Anlass bietet die PZ einen kostenlosen historischen Ticker an - vom 22. bis zum 24. Februar. Diese Nachrichten und Fotos beschreiben die Ereignisse, die zur jeweiligen Uhrzeit vor genau 72 Jahren passiert sind.

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Der Bildervergleich: Pforzheim 1945 - 2015

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19.15 Uhr: Auch in vielen Häuser in Pforzheim sind die Lichter bereits aus. Es herrscht Verdunklungspflicht.

18.30 Uhr: Über Pforzheim ist Dunkelheit eingekehrt. Die Bewohner der Stadt hoffen, an diesem Abend keinen Fliegeralarm mehr zu hören.

Als solche nicht ganz so wichtigen Nebenziele sind 17 Städte genannt. Das bedeutet: Sie sollen aber angegriffen werden, wenn zum Beispiel das Wetter Angriffe auf Städte mit einer höheren Priorität der „Zielliste Mitteldeutschland“ (z.B. Berlin, Leipzig, Magdeburg) verwehrt. Auf Platz 15 der Nebenziel-Liste: Pforzheim.

Bei der Royal Air Force in England liegen seit Monaten Ziellisten bereit, die immer wieder überarbeitet werden. Neben den wichtigen Hauptzielen gibt es auch Listen für Nebenziele.

17 Uhr: Die meisten Arbeiter und Angestellten haben Feierabend und machen sich auf den Weg nach Hause. Der Kriegswille ist bei vielen von ihnen bereits gebrochen, sie sehnen sich nach Frieden.

15.35 Uhr: 35 Minuten lang ertönt der fünfte und letzte Fliegeralarm des Tages. Doch es passiert nichts - noch sieht der Marktplatz fast so aus wie auf dem Ende der 1930er-Jahre aufgenommenen Foto. Rechts das Rathaus, links das Kaufhaus Knopf.

 

Bereits im Dezember 1943 erhielt der Leiter des Pforzheimer Elektrizitätswerks eine Nachricht der Geheimen Staatspolizei. Darin heißt es, dass das Reichsluftfahrtministerium erfahren habe, dass wegen der Zünder Vernichtungsangriffe auf Pforzheim beabsichtigt sind.

1933 hatten 57,5 Prozent der Pforzheimer die NSDAP gewählt – insgesamt waren es in Deutschland 43,9 Prozent. Weitere Statistiken haben wir hier auf PZ-news zusammengefasst.

14.55 Uhr: Am 22. Februar 1945 sind die Stadt und die Menschen schon durch vergangene Angriffe – etwa an Heiligabend – geprägt. Der letzte Alarm ist noch nicht lange verstummt, da heulen erneut die Sirenen, nun für 15 Minuten.

In Pforzheim gibt es keine kriegsentscheidende, sondern lediglich sogenannte kriegsrelevante Ziele. Auf Prioritätslisten der Alliierten ist die Stadt daher recht weit unten angesiedelt. Truppenverlegungen werden über Pforzheims Bahnhof abgewickelt, zudem haben Teile der Pforzheimer Schmuckindustrie ihre Produktion während des Krieges auf Zünder und Munition umgestellt.

Ein Blick noch weiter zurück: So sah es an Pforzheims Leopoldplatz vor dem Krieg aus – das Bild stammt aus dem Jahr 1924

14.25 Uhr: Die Pforzheimer, die doch Schutz gesucht haben, kommen wieder nach draußen. Denn der Alarm ist zu Ende, über der Stadt kehrt wieder Ruhe ein. Es ist Donnerstag, viele Menschen sind arbeiten.

14.00 Uhr: Fliegeralarm ertönt über Pforzheim – das ist Alltag: Es ist bereits der dritte Alarm des Tages, der 99. alleine im Jahr 1945. Daher suchen manche schon gar keinen Luftschutzkeller mehr auf.

Kleinere Angriffe auf Pforzheim hat es zuletzt vor drei Tagen gegeben: Damals wurden Gasrohrleitungen am Luisenplatz, an der Museumstraße sowie der Westlichen Karl-Friedrich-Straße zwischen Goethestraße und Leopoldplatz zerstört. Bei einem Angriff vor neun Tagen gab es sechs Tote.

13.00 Uhr: In diesen Minuten startet die Operation „Clarion“ offiziell: Über 8000 Bomber und Jagdflugzeuge der amerikanischen Army Air Force und der britischen Royal Air Force (RAF) sollen am 22. und 23. Februar 1945 über 100 Ziele in Deutschland und Österreich angreifen. Die Aktion hat sowohl taktische als auch psychologische Ziele: Zum einen sollen die Verkehrsnetze weiter zerstört, zum anderen die Stärke der alliierten Luftstreitkräfte verdeutlicht werden.